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Nordbali an Land: Ausflüge zwischen den Tauchgängen

Wasserfälle, heiße Quellen, Tempel und Bergseen im Norden Balis: was sich an einem tauchfreien Tag lohnt, wie weit es ist und wovon ich abraten würde.

MB
Marc Böhle
Aktualisiert: 7. Februar 2025
Wasserfall im Bergland von Nordbali, umgeben von dichtem tropischem Grün
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Nach fünf Tagen mit je drei Tauchgängen war ich am sechsten Morgen im Wasser und habe gemerkt, dass ich nicht mehr richtig hinschaue. Der Luftverbrauch war höher, die Geduld für die Makro-Suche weg, und der Kopf war irgendwo anders. Das ist der Punkt, an dem ein Landtag mehr bringt als zwei weitere Tauchgänge.

Die Kurzantwort

Nordbali hat an Land mehr zu bieten, als der trockene Küstenstreifen vermuten lässt. Sobald man in die Berge fährt, wird es grün: Wasserfälle, heiße Quellen, Bergseen und Tempel liegen zwischen 1 und 2,5 Stunden von Pemuteran entfernt.

Wichtig für Taucher: Bergfahrten sind Höhenfahrten. Behandle sie wie einen Flug und lass genug Abstand zum letzten Tauchgang.

Die Höhensache zuerst

Das wird auf jeder Bali-Reise übersehen, deshalb steht es hier vorn.

Wenn du von der Küste in die Berge fährst, sinkt der Umgebungsdruck — genau wie beim Fliegen. Nach mehreren Tauchtagen mit Reststickstoff im Gewebe ist eine Fahrt auf über 300 Meter kein neutrales Ereignis. Die Bergstraßen im Norden führen deutlich höher.

Praktische Konsequenz: Leg den Landtag so, dass zwischen dem letzten Tauchgang und der Bergfahrt genug Zeit liegt, und behandle die Sache mit derselben Vorsicht wie den Rückflug. Die Grundlagen dazu stehen im Beitrag zum Fliegen nach dem Tauchen und zur Dekompressionskrankheit.

Der einfachste Weg: Landtag als kompletter Nicht-Tauchtag, mit dem letzten Tauchgang am Vorabend.

Was sich lohnt

Heiße Quellen im Bergland

Gefasste Schwefelquellen mit warmen Becken, umgeben von tropischem Grün, etwa eine Stunde östlich von Pemuteran. Das ist die entspannteste Variante eines Landtags: hinfahren, zwei Stunden im Wasser sitzen, essen, zurück.

Früh dort sein. Ab dem späten Vormittag kommen die Busse, und ein volles Becken ist deutlich weniger erholsam.

In der Nähe liegt eine buddhistische Klosteranlage, die sich als ruhiger Zwischenstopp anbietet und einen bemerkenswerten Kontrast zu den hinduistischen Tempeln der Insel bildet.

Wasserfälle

Sobald man in die Berge fährt, kippt die Landschaft von trocken nach Regenwald. Im Bergland um Munduk liegen mehrere Fälle, teils mit kurzen Wanderungen erreichbar, teils mit ordentlichem Abstieg über Stufen und Wurzeln.

Was du brauchst: feste Schuhe mit Profil. Die Wege sind in der Regenzeit rutschig, und Flipflops sind dort regelmäßig der Grund für Knöchelverletzungen. Ein Mikrofaser-Handtuch im Rucksack ist praktisch, weil man am Ende nass ist, ob man baden wollte oder nicht.

Eintritt wird fast überall verlangt, kleine Beträge, bar.

Bergseen und Reisterrassen

Weiter im Landesinneren liegen die Kraterseen mit dem bekannten Tempel im Wasser, dazu Reisterrassen und Gewürzgärten. Das ist der Bali, den man aus dem Katalog kennt — und entsprechend voll. Wer den Kontrast zum kargen Norden sehen will, sollte trotzdem einmal hin. Nur nicht mittags.

Küstentempel

Auf der Strecke zwischen Pemuteran und Singaraja liegt ein Küstentempel mit einer großen Makakengruppe. Kurzer Stopp, zehn Minuten, gutes Fotomotiv. Regeln: nichts essen, nichts offen tragen, Sonnenbrille festhalten. Die Affen sind schnell und routiniert.

Mein Tipp: Nimm einen Fahrer statt eines Rollers, wenn du in die Berge willst. Die Strecken sind lang, kurvig und in der Regenzeit nass, und du sparst dir die Konzentration für den Weg zurück im Dunkeln.

Wovon ich abraten würde

Die Delfintour in Lovina. Das klassische Angebot: Abfahrt vor Sonnenaufgang, dutzende Auslegerboote, die gemeinsam auf eine Delfingruppe zufahren. Für die Tiere ist das Dauerstress, und als Erlebnis ist es hektisch statt schön.

Wer Delfine sehen will, sollte gezielt nach Anbietern fragen, die Abstand halten und die Bootszahl begrenzen. Es gibt sie, sie sind teurer, und sie sind die einzige Variante, die ich mit einem Riffschutz-Anspruch für vereinbar halte. Der Widerspruch, sonntags Riffe zu schützen und montags eine Delfinjagd zu buchen, ist zu offensichtlich — siehe auch das Korallenprojekt in Pemuteran.

Tagestouren nach Ubud oder in den Süden. Vier Stunden Fahrt pro Richtung. Das ist kein Ausflug, das ist ein Umzug.

Die Agung-Besteigung mitten in der Tauchwoche. Nachtaufstieg, mehrere Stunden Abstieg, Höhe, danach ein verlorener Tag. Wenn, dann am Anfang oder Ende der Reise.

Ein realistischer Landtag

So hat es bei mir funktioniert:

ZeitProgramm
7:00Losfahren, solange es kühl ist
8:30Heiße Quellen, leer
10:30Kloster, kurzer Stopp
12:00Mittagessen im Bergland
14:00Wasserfall
16:30Rückfahrt vor dem Nachmittagsregen
18:00Zurück an der Küste

Ein Ziel weniger als geplant ist fast immer die bessere Entscheidung. Die Fahrzeiten im Norden sind länger, als die Karte suggeriert, weil die Straßen kurvig sind und man hinter Lastwagen hängt.

Was ich dir empfehle: einen Landtag pro Woche, spätestens nach dem fünften Tauchtag. Danach taucht man wieder wie am Anfang. Was am selben Tag noch geht: der West-Bali-Nationalpark, der auf Meereshöhe liegt und deshalb kein Höhenthema hat.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet ein Fahrer für einen Tag? Für eine Ganztagestour im Norden rechne mit etwa 600.000–900.000 IDR, je nach Strecke und Verhandlung. Sprit ist meist enthalten, Eintritte und Essen nicht.

Kann man die Ziele mit dem Roller erreichen? Technisch ja, aber die Bergstrecken sind lang und in der Regenzeit rutschig. Für die heißen Quellen und den Küstentempel reicht ein Roller, für die Wasserfälle und Bergseen würde ich das nicht machen.

Lohnt sich ein Guide? Für Wasserfälle und Quellen nicht, für den Nationalpark und für Vogelbeobachtung sehr. Details im Nationalpark-Beitrag.

Wann regnet es im Januar? Meist nachmittags, kurz und heftig. Wer morgens losfährt und am späten Nachmittag zurück ist, bekommt davon wenig mit.

Was gehört in den Tagesrucksack? Wasser, Bargeld in kleinen Scheinen, Sonnenschutz, ein Sarong für spontane Tempelbesuche, feste Schuhe und etwas Wasserdichtes für die Kamera.

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