Exkurse 8 Min. Lesezeit

Bali praktisch: Geld, SIM, Strom, Roller, Arzt

Was auf Bali im Alltag wirklich zählt: Bargeld und Automaten, SIM-Karte, Steckdosen, Rollermiete, Apotheke und die nächste Druckkammer. Praxiswissen für Taucher.

MB
Marc Böhle
Aktualisiert: 12. Februar 2025
Roller mit Drybag am Straßenrand an Balis Nordküste vor einem kleinen Laden
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir eine kleine Provision – für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.

Die Dinge, die eine Reise angenehm oder anstrengend machen, stehen selten im Reiseführer-Hauptteil. Nach zwölf Tagen an zwei Küsten habe ich eine Liste, die ich beim nächsten Mal vorher gelesen hätte.

Die drei wichtigsten Punkte vorweg

  1. Kein Adapter nötig. Indonesien hat 230 Volt und Steckdosen Typ C und F — dieselben wie in Deutschland. Deutsche Stecker passen direkt.
  2. Bargeld ist König. Warungs, Fahrer und viele Basen nehmen nichts anderes, und Geldautomaten sind an den Tauchküsten dünn gesät.
  3. Die nächste Druckkammer liegt im Süden der Insel, also mehrere Fahrstunden von Pemuteran und Kubu entfernt. Das gehört in die Tauchplanung, nicht in die Fußnote.

Geld

Währung ist die Indonesische Rupiah (IDR). Die Größenordnungen gewöhnt man sich schnell an: Ein Warung-Gericht kostet 25.000–80.000, ein Tauchgang 450.000–800.000, ein Ganztages-Fahrer 600.000–900.000.

Abheben. Automaten stehen in größeren Orten, in Pemuteran und Kubu nur vereinzelt. Die Auszahlungslimits pro Vorgang sind niedrig, und pro Abhebung fällt meist eine Gebühr an — also lieber wenige große Beträge als viele kleine. Prüf vorher, welche Gebühren deine Bank für Fremdwährungsabhebungen verlangt.

Kleine Scheine. Fahrer, Warungs und Märkte haben oft nicht auf große Scheine heraus. Wenn du am Automaten ziehst, wechsle einen Teil gleich im Supermarkt oder an einer Tankstelle.

Karte. Resorts, größere Restaurants und manche Basen nehmen Karte, oft mit Zuschlag. Verlass dich nicht darauf.

SIM und Internet

Eine lokale Prepaid-SIM mit Datenpaket kostet wenige Euro und deckt beide Tauchküsten zuverlässig ab. Die Registrierung mit Reisepass macht der Verkäufer im Laden, das dauert fünf Minuten. Kauf die Karte in einem richtigen Laden, nicht am Flughafenstand zum dreifachen Preis.

eSIM ist die bequeme Alternative, wenn dein Telefon sie unterstützt: vor dem Abflug buchen, bei der Landung aktivieren.

WLAN in den Unterkünften ist an beiden Küsten meist stabil genug für Nachrichten und Streaming, mit gelegentlichen Ausfällen. In den Bergen und im Nationalpark hast du streckenweise gar nichts.

Strom und Technik

Wie erwähnt: kein Adapter nötig. Was trotzdem hilft:

Mehrfach-Ladegerät. Tauchcomputer, Lampe, Kamera, Telefon, Powerbank — das sind schnell fünf Geräte und zwei Steckdosen im Zimmer. Ich nutze ein Mehrport-USB-C-Netzteil, das alles gleichzeitig lädt und nur eine Dose belegt.

Stromausfälle. Kommen an der Nordküste vor, meist kurz. Eine geladene Powerbank und eine Lampe lösen das Problem.

Feuchtigkeit. Der größte Feind der Elektronik ist nicht das Meer, sondern die Luft. Kamera und Ladegeräte nicht im nassen Tauchsack lassen, und Trockenmittel im Kamerakoffer schadet nie.

Transport. Für Rollerfahrten und Bootstransfers hat sich bei mir der wasserdichte Rucksack bewährt. In der Regenzeit ist das keine Vorsichtsmaßnahme, sondern der Normalfall.

Unterwegs

Fahrer sind die entspannteste Lösung für Langstrecken. Preise werden vorher vereinbart, nicht nach Kilometer abgerechnet. Für Transfers zwischen den Küsten siehe die Streckenplanung.

Roller für kurze Wege. Rechtlich brauchst du eine Motorradklasse im Führerschein plus internationalen Führerschein — ohne beides greift im Schadensfall keine Versicherung, und das ist bei einem Verkehrsunfall in Indonesien ein sehr teures Problem. Helm ist Pflicht. Bei Regen bleibt der Roller stehen: Die Küstenstraßen werden dann sofort rutschig.

Ride-Hailing-Apps funktionieren im Süden gut, im Norden schlecht bis gar nicht. Dort läuft alles über die Unterkunft.

Gesundheit

Apotheken gibt es in den größeren Orten, mit ordentlichem Sortiment. Für Spezielles solltest du vorbereitet sein.

Reiseapotheke. Was bei mir dabei war und was ich empfehlen würde: Mittel gegen Durchfall und Übelkeit, Elektrolyte, Schmerzmittel, Wunddesinfektion, Pflaster, Ohrentropfen. Ein zusammengestelltes Tropen-Set nimmt einem die Auswahl ab.

Ohren. Bei mehreren Tauchgängen täglich über zwei Wochen sind Ohrenprobleme die häufigste Ursache für abgebrochene Tauchgänge. Ohrentropfen zur Prophylaxe nach dem Tauchen sind billiger als ein verlorener Tauchtag. Was beim Druckausgleich hilft, steht im entsprechenden Beitrag.

Wasser. Nicht aus der Leitung trinken, auch nicht zum Zähneputzen, wenn du empfindlich bist. Eisrisiko in touristischen Lokalen ist gering, weil das Eis industriell kommt.

Druckkammer. Die nächste liegt im Süden der Insel, mehrere Fahrstunden entfernt. Konsequenz: konservative Profile, Sicherheitsstopps ernst nehmen, Nitrox erwägen, und eine Tauchversicherung mit Bergungs- und Rückholkosten abschließen. Das ist bei einer Reise in diese Ecke Balis kein Luxus.

Sonne. Zwischen zwei Tauchgängen auf dem Boot ist die Sonne das eigentliche Risiko. Rifffreundliche Sonnencreme und ein UV-Shirt lösen das.

Einreise und Papiere

Für deutsche Staatsangehörige läuft die Einreise als Tourist üblicherweise über ein Visum bei Ankunft, das rund 30 Tage gilt und einmal verlängert werden kann. Der Reisepass muss ausreichend lange gültig sein, und es gibt eine elektronische Zoll- und Einreiseerklärung vor der Landung.

Diese Regeln ändern sich regelmäßig. Prüf den aktuellen Stand vor der Buchung beim Auswärtigen Amt und bei der indonesischen Vertretung, statt dich auf einen Blogbeitrag zu verlassen — auch nicht auf diesen.

Tauchpapiere. Brevet und Logbuch mitnehmen, digital reicht bei den meisten Basen nicht. Versicherungsnachweis griffbereit.

Was ich beim nächsten Mal anders packe

  • Mehr kleine Scheine vom ersten Tag an
  • Einen dünnen Sarong, der Handtuch, Tempelkleidung und Windschutz in einem ist
  • Feste Schuhe für Wasserfälle und Nationalpark, nicht nur Flipflops
  • Ohrentropfen von Tag eins statt ab Tag fünf
  • Weniger Klamotten, weil Wäsche vor Ort schnell und günstig gewaschen wird

Was ich dir empfehle: Klär Bargeld, SIM und Versicherung in den ersten 24 Stunden, dann läuft der Rest von allein. Wie der Alltag an den beiden Küsten aussieht, steht in den Beiträgen über Pemuteran und die Ostküste zwischen Kubu und Amed.

Häufig gestellte Fragen

Wie teuer ist Bali im Vergleich zu Thailand? Beim Tauchen deutlich teurer, etwa ein Drittel bis das Doppelte je nach Spot. Bei Unterkunft und Essen am unteren Ende ähnlich, im gehobenen Bereich teurer.

Braucht man Impfungen? Standardimpfungen sollten aktuell sein, dazu je nach Reiseprofil weitere Empfehlungen. Das gehört ins Gespräch mit dem Reisemediziner, rechtzeitig vor der Reise.

Ist Trinkgeld üblich? Ja, aber ohne feste Regel. Im Warung aufrunden, im Restaurant 5 bis 10 Prozent, bei Tauchguides nach einem guten Tag spürbar mehr.

Wie ist die Sicherheitslage? Nordbali gilt als ruhig. Das größte reale Risiko auf der Reise ist der Straßenverkehr, nicht Kriminalität.

Was mache ich mit nasser Tauchausrüstung beim Umzug zwischen den Küsten? Möglichst trocken packen und getrennt vom Rest. Bei drei Stunden Fahrt in einem geschlossenen Auto riecht sonst der ganze Koffer. Ich hatte den Nassanteil separat im Drybag.

#bali reisetipps #praktisches #tauchreise planen #nordbali #exkurs