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Zwischen Kubu und Amed: Leben an der schwarzen Küste

Die Ostküste Balis abseits der Tauchbasis: Salzgewinnung von Hand, Jukung-Fischer, der Vulkan im Rücken und warum der Sand hier schwarz ist.

MB
Marc Böhle
Aktualisiert: 26. Januar 2025
Traditionelle Salzgewinnung am schwarzen Sandstrand bei Amed an Balis Ostküste
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Der Wechsel von der Nordwestecke an die Ostküste dauert drei Stunden und fühlt sich an wie ein Ortswechsel in eine andere Provinz. In Pemuteran ist das Meer flach und die Bucht geschützt. In Kubu fällt der Strand steil ab, der Sand ist schwarz, und im Rücken steht ein Vulkan, der noch vor gut sechzig Jahren die ganze Gegend umgebaut hat.

Die Küste in Kurzform

Zwischen Kubu im Norden und den Buchten von Amed im Südosten zieht sich ein Küstenstreifen aus schwarzem Vulkansand, im Rücken der Gunung Agung. Kubu ist ruhig und fast ausschließlich von Resorts und Dörfern geprägt, Amed ist touristischer, mit Restaurants und Bars.

Dazwischen liegt Tulamben mit dem Liberty-Wrack. Die ganze Strecke ist in gut vierzig Minuten abzufahren.

Warum hier alles schwarz ist

Der Sand ist die Kurzfassung der Regionalgeschichte. Er besteht aus zerriebenem Lavamaterial, und er liegt hier, weil der Gunung Agung 1963 ausgebrochen ist.

Dieser Ausbruch hat die Gegend geprägt wie kein zweites Ereignis: Er hat Felder zerstört, Dörfer begraben und die Bevölkerung zur Abwanderung gezwungen. Und er hat, ganz nebenbei, das Wrack der Liberty vom Strand ins Wasser geschoben, wo es heute liegt.

Was man an der Küste sieht, ist die Folge: karge Hänge, Lavagestein auf den Feldern, Trockenlandwirtschaft statt Reisterrassen. Wo im Süden Balis Reis in Terrassen wächst, stehen hier Cashewbäume, Mais und Salak. Es ist keine reiche Gegend, und das merkt man.

Die Salzgewinnung

Der eindrücklichste Handwerksbetrieb an dieser Küste steht direkt am Strand und sieht aus wie nichts.

Das Verfahren läuft in mehreren Schritten. Meerwasser wird auf ebene Flächen aus schwarzem Sand geschöpft und trocknet in der Sonne, wobei sich Salz an den Sandkörnern anlagert. Dieser angereicherte Sand wird zusammengeschoben und mit Meerwasser ausgelaugt, sodass eine hochkonzentrierte Sole entsteht. Die verdunstet dann in ausgehöhlten Palmstämmen, die in Reihen am Strand liegen, bis die Salzkristalle übrig bleiben.

Das dauert Tage, hängt komplett am Wetter und liefert kleine Mengen. In der Regenzeit steht die Produktion oft still. Wirtschaftlich konkurriert das mit industriellem Salz überhaupt nicht — es wird weitergemacht, weil das Produkt gut ist und ein paar Familien davon leben.

Wenn du daran vorbeikommst, halt an. Und wenn du kaufst, kauf am Strand statt im Souvenirladen.

Mein Tipp: Geh zwischen sechs und sieben Uhr an den Strand, bevor du zum ersten Tauchgang gehst. Dann sind die Salzleute und die Fischer gleichzeitig draußen, und der Agung ist noch nicht in den Wolken.

Die Fischer

Vor der Küste liegen die Jukung, die traditionellen Auslegerboote: schmaler Rumpf, zwei Bambus-Ausleger, bunt bemalt, oft mit einem Segel in Dreiecksform. Sie fahren früh raus, meist vor Sonnenaufgang, und liegen ab dem Vormittag wieder am Strand.

Diese Boote sind nicht Folklore, sondern Arbeitsgerät — und gleichzeitig die Tauchboote vieler Basen. An der Ostküste wirst du früher oder später auf einem Jukung sitzen, mit den Beinen über der Kante und der Flasche zwischen den Knien. Bequem ist anders, aber der Einstieg ins Wasser ist von einem so niedrigen Boot herrlich unkompliziert.

Wer die Boote fotografieren will: früh oder spät. Mittags steht die Sonne senkrecht und die Farben verschwinden. Ausrüstungstipps für die Küste stehen im Beitrag zur Unterwasserfotografie an der Ostküste, aber über Wasser gelten dieselben Regeln wie überall.

Kubu oder Amed — was passt zu wem

KubuAmed
Charakterruhig, Resorts, Dörferbelebter, kleine Szene
AbendsResortrestaurantAuswahl an Lokalen, Bars
TauchenHausriffe, Tulamben nahHausriffe, Buchten, Wrack
Preisemittel bis gehobenbreiter gestreut
Für wenTaucher, die Ruhe wollenTaucher, die abends was wollen

Ich habe in Kubu gewohnt, mit dem Hausriff vor der Tür, und bin für Ausflüge nach Amed gefahren. Diese Kombination hat gut funktioniert: tagsüber Ruhe, abends bei Bedarf zwanzig Minuten Fahrt zu mehr Auswahl.

Wer abends nichts vermisst, bleibt in Kubu. Wer nach dem Tauchgang gern noch irgendwo sitzt, wohnt besser in Amed. Wie das Essen an dieser Küste läuft, steht im Beitrag zum Abendessen zwischen Amed und Kubu.

Praktisches an dieser Küste

Die Straße. Eine einzige Küstenstraße, kurvig, in gutem Zustand, mit Lastwagen und Rollern. Nachts ist sie unbeleuchtet und stellenweise eng.

Roller. Für kurze Wege ideal. Bei Regen wird der Belag rutschig, und die Nachmittagsschauer kommen in der Regenzeit zuverlässig. Einen wasserdichten Rucksack hatte ich täglich dabei, für Kamera und trockene Wechselklamotten.

Steine. Alle Ufereinstiege an dieser Küste laufen über faustgroße, rollende Vulkansteine. Feste Sohlen sind Pflicht; 3-mm-Neoprensocken reichen und passen unter Vollfußflossen.

Wind. Am Nachmittag frischt es an der Küste oft auf. Das betrifft weniger die Tauchgänge als das Sitzen am Strand.

Geldautomaten. In Amed vorhanden, in Kubu spärlich. Bargeld mitbringen.

Was ich dir empfehle: Nimm dir an dieser Küste einen Morgen komplett ohne Tauchgang und fahr die Strecke zwischen Kubu und Amed langsam ab, mit Stopps am Salz und an den Booten. Es ist der ehrlichste Blick auf die Gegend, den du bekommen kannst — und er dauert zwei Stunden.

Häufig gestellte Fragen

Wie weit ist es von Kubu nach Amed? Etwa 25 bis 30 Kilometer, je nach Bucht, also 30 bis 45 Minuten auf der Küstenstraße. Tulamben liegt ungefähr in der Mitte.

Ist der Gunung Agung aktiv? Er ist ein aktiver Vulkan mit Aktivitätsphasen, zuletzt 2017 bis 2019 mit Ausbrüchen und Evakuierungen. Vor einer Reise lohnt ein Blick auf die aktuelle Einstufung der indonesischen Behörden.

Kann man den Agung besteigen? Ja, als geführte Nachttour mit Gipfelankunft zum Sonnenaufgang. Das ist eine anstrengende Bergtour und passt schlecht in eine Tauchwoche, weil du danach einen Tag brauchst und die Höhe nach Tauchgängen ein zusätzliches Thema ist.

Wo ist es zum Schnorcheln am besten? In den Buchten von Amed, etwa in der Bucht bei Jemeluk, wo das Riff flach beginnt. In Kubu und Tulamben ist der Einstieg über die Steine unbequemer.

Was ist mit Mücken? In der Regenzeit abends präsent, besonders in Ufernähe und im Grünen. Lange Kleidung und Mückenschutz lösen das.

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