Pottery Pinnacles Koh Tao: Geheimtipp Südostküste
Pottery Pinnacles Koh Tao: historische Keramikfragmente, Oktopus und Hartkorallen auf 10–16 m. Ruhiger Geheimtipp für OW-Taucher, jetzt entdecken.
Wenn auf Koh Tao Dutzende Boote Richtung Chumphon Pinnacle oder Southwest Pinnacle aufbrechen, liegt ein anderer Spot noch halb im Schatten: die Pottery Pinnacles an der Südostküste der Insel. Ich tauche Koh Tao seit über 15 Jahren. Über jeden Tauchgang dort freue ich mich noch heute, gerade weil die Boote meist anderswo hinfahren.
Was sind die Pottery Pinnacles auf Koh Tao?
Die Pottery Pinnacles sind ein wenig frequentierter Tauchspot an der Südostküste von Koh Tao auf 10 bis 16 Metern Tiefe. Bekannt ist er für historische Keramikfragmente am Riffboden, eine ruhige Pinnakel-Landschaft, Oktopusse, Eidechsenfische und intakte Hartkorallen. Open-Water-zertifizierte Taucher betauchen ihn problemlos. Kein Drift, keine engen Spalten, keine Navigationsfallen.
Was den Spot anders macht: Man taucht hier nicht einfach über ein Riff, man fragt sich dabei, was unter den Scherben steckt. Das klingt banal. Es verändert aber, wie du den ganzen Tauchgang wahrnimmst.
Die Keramikfragmente — was steckt hinter dem Namen?
Der Golf von Thailand war jahrhundertelang eine der wichtigsten Handelsrouten Südostasiens. Zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert liefen Handelsschiffe mit Keramikwaren beladen durch diese Gewässer: chinesische Dschunken, siamesische Handelsgaleonen, später europäische Ostindienfahrer. Nicht alle kamen heil an.
An den Pottery Pinnacles liegen heute Tonscherben und Keramikfragmente verstreut auf dem Riffboden, eingebettet zwischen Korallen und Sand. Es gibt kein klassisches Wrack, keine sichtbare Schiffsstruktur, keine Kanonenkugeln. Die Vermutung liegt nahe, dass sich hier Teil einer Schiffsladung versenkte. Ob durch Sturm, Grundberührung oder eine andere Havarie, ist nicht dokumentiert. Die Fragmente sind das, was übrig blieb.
Scherben vs. Wrack — wie man den Spot richtig einordnet
Wer ein Wrack à la HTMS Sattakut erwartet, wird enttäuscht sein. Die Pottery Pinnacles funktionieren anders: Es geht ums Entdecken im Kleinen. Ich habe Taucher beobachtet, die mit Stirnrunzeln über den Riffboden geschaut haben, weil sie mit Tonscherben im Sand nichts anfangen konnten, und die dann plötzlich anfingen, jeden Quadratmeter genauer zu scannen. Diesen Moment erlebe ich selbst noch immer.
Rechtlicher Hinweis: Die Keramikfragmente stehen unter dem Schutz des Thai-Kulturerbegesetzes. Anfassen, Verschieben oder Mitnehmen ist verboten und kann mit empfindlichen Strafen geahndet werden. Das gilt auch für „nur kurz anschauen mit dem Finger”. Einfach drüber schweben, Fotos machen, Abdruck im Gedächtnis behalten.
Rifflandschaft und Meeresleben — was du unter Wasser erwartet
Was den Spot trägt, ist die Kombination aus Geologie, Korallen und Makroleben. Dazwischen liegen die Fragmente, die erklären, warum er überhaupt einen Namen hat.
Die Pinnakel-Formationen bestehen aus Granit, der an den Flanken und Gipfeln von Hartkorallen überzogen ist. Tisch- und Hirnkorallen dominieren, dazwischen wachsen Weichkorallen. In den Zwischenräumen auf Meeressand warten Eidechsenfische (Synodus sp.) perfekt getarnt auf Beute. Fünf Stück habe ich schon in einer einzigen Tauchgang-Stunde auf einem kleinen Areal gezählt. Für mich ist das ein verlässlicher Indikator, dass der Spot entspannt und wenig gestört ist.
Oktopusse ziehen sich regelmäßig in die Felsspalten zurück. Wer langsam taucht und die Spalten systematisch abscannt, wird fast immer fündig. Dazu kommen Kugelkugelfische (Arothron sp.) und gelegentlich ein Skorpionfisch, der so reglos auf dem Riffboden liegt, dass man ihn für einen Stein hält. Und wer Glück hat, findet kleine Nacktschnecken (Nudibranchia) auf den Weichkorallen.
Die Wassertemperatur liegt bei 28 bis 30 °C (in den kühleren Monaten Dezember bis Februar bei 26 bis 27 °C). Die Sichtweite beträgt typischerweise 10 bis 20 Meter, in der Hochsaison Februar bis Mai oft an der oberen Grenze. Reef-Check-Erhebungen aus dem Golf von Thailand bestätigen für die Südostküste Koh Taos einen stabilen Korallenbedeckungsgrad von rund 40 bis 60 Prozent an geschützten Pinnakel-Spots. Die Pottery Pinnacles liegen in diesem Bereich.
Makrofotografie an den Pottery Pinnacles
Für Makrofotografen ist der Spot ein Glücksfall. Eidechsenfisch, Oktopus, Nacktschnecken, Seenadeln zwischen Weichkorallen: Die Motive sitzen und bewegen sich kaum. Ich nutze für solche Tauchgänge die OM System Tough TG-7, die ohne zusätzliches Gehäuse bis 15 Meter wasserdicht ist und einen hervorragenden Makromodus mitbringt. Der Autofokus greift auch bei schwierigen Bedingungen zuverlässig.
Mein Tipp: Die besten Lichtverhältnisse herrschen am Vormittag, wenn die Sonne noch flach steht und durch das klare Wasser streift. Anfahrt ab Chalok Ban Kao idealerweise um 8:30 Uhr, damit du kurz nach 9 Uhr im Wasser bist.
Praktischer Spot-Guide — Bedingungen, Anfahrt, Logistik
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Tiefe | 10–16 m |
| Schwierigkeitsgrad | Open Water |
| Strömung | Gering bis moderat |
| Sichtweite | 10–20 m (Hochsaison besser) |
| Anfahrt | 10–15 Min. ab Chalok Ban Kao, 20–25 Min. ab Mae Haad |
| Wassertemperatur | 28–30 °C (Dez–Feb: 26–27 °C) |
Die Anfahrt ab Chalok Ban Kao dauert per Speedboot 10 bis 15 Minuten. Das ist der natürliche Ausgangspunkt, weil der Spot an der Südostküste liegt. Von Mae Haad aus rechne mit 20 bis 25 Minuten. Der Spot lässt sich gut mit Mango Bay zu einem Halb-Tages-Trip kombinieren, der beide Küstenseiten abdeckt.
Die Strömung ist an den Pottery Pinnacles selten ein Problem. Ich habe den Spot in den letzten 15 Jahren bei verschiedensten Bedingungen getaucht und kann mich an keine einzige wirklich unangenehme Strömungssituation erinnern. Trotzdem: Signalboje ins Jacket packen, bevor du ins Wasser gehst.
Wer sollte hierher kommen?
Der Spot ist ideal für:
- Einsteiger nach dem OW-Kurs, die in ruhigem Wasser erste Erfahrungen sammeln wollen
- Makro-Fotografen, die Zeit und Ruhe brauchen, um Motive richtig aufzunehmen
- Geschichtsbewusste Taucher, die beim Tauchen einen narrativen Kontext schätzen
- Taucher mit Gruppenreisen, die dem Massentourismus an den frequentierten Spots aus dem Weg gehen wollen
Weniger geeignet ist er für alle, die auf Pelagisches aus sind. Wer Haie, Mantarochen oder einen Whaleshark sehen will, fährt besser zu Chumphon Pinnacle oder Sail Rock.
Pottery Pinnacles vs. andere ruhige Spots auf Koh Tao
Koh Tao bietet mehrere ruhige Alternativen zu den Hauptspots. Drei davon lohnen den direkten Vergleich:
Mango Bay ist der klassische Einsteiger-Spot an der Nordseite der Insel: geschützte Bucht, sehr ruhig, guter Korallengarten auf 6 bis 12 Metern. Was ihm fehlt, ist der historische Bonus und das Makroleben der Pottery Pinnacles. Mango Bay ist das bessere Schnorchel-Revier, die Pottery Pinnacles das bessere Foto-Revier.
Japanese Garden liegt nahe Mango Bay und bietet auf 5 bis 14 Metern einen Korallengarten mit viel Fischleben. Bekannter, entsprechend besuchter. Die Artenvielfalt ist auf Augenhöhe mit den Pottery Pinnacles, den historischen Kontext bringt er nicht mit.
Pottery Pinnacles punkten mit der Kombination aus ruhiger Lage, intakten Hartkorallen, gutem Makroleben und dem historischen Element. Wer auf Koh Tao drei, vier Tage taucht und neben den Hauptspots etwas Besonderes sucht, sollte diesen Spot nicht auslassen.
Ausrüstung — was du zu den Pottery Pinnacles mitnehmen solltest
Bei 28 bis 30 °C Wassertemperatur brauchst du kein dickes Neopren. Ein 3 mm Shorty wie der Cressi Med X reicht vollkommen aus. Alles Dickere ist bei dieser Temperatur Quälerei und unnötiges Gepäck im Boot. Im Frühjahr und Sommer tauche ich den Spot selbst nur im Rash-Guard.
Für die Fotografie empfehle ich die OM System Tough TG-7 als Allround-Kamera. Sie geht ohne Gehäuse bis 15 Meter Wassertiefe, der Spot liegt bei maximal 16 Metern. Das passt also fast perfekt. Der Makromodus ist für Eidechsenfisch und Oktopus sehr gut geeignet, die Bildqualität reicht für Webveröffentlichungen problemlos.
Insider: Wenn du die TG-7 mit dem optionalen OM System PT-059 Unterwassergehäuse kombinierst, kannst du auch die tiefsten Stellen des Spots ohne Einschränkungen abdecken. Und du hast Reserve für andere Spots auf Koh Tao, die tiefer gehen.
Zur Pflichtausstattung gehört eine Signalboje (SMB). Die Cressi SMB Signalboje ist kompakt, lässt sich problemlos im BCD-Jacket verstauen und entfaltet sich zuverlässig. Auf der Rückreise nach Chalok Ban Kao teilt sich das Boot die Route mit Longtailbooten. Ein sichtbares Signal beim Auftauchen ist hier keine Vorsichtsmaßnahme, sondern Pflicht.
Checkliste Pottery Pinnacles:
- Tauchausrüstung (BCD, Regler, Flasche über die Tauchschule)
- Neopren 3 mm Shorty oder Rash-Guard
- Unterwasserkamera (TG-7 oder GoPro)
- SMB mit Leine
- Logbuch, denn die Keramikfragmente sind eine gute Eintragung wert
Häufig gestellte Fragen
Wie tief sind die Pottery Pinnacles auf Koh Tao? Die Pottery Pinnacles liegen auf 10 bis 16 Metern Tiefe. Damit ist der Spot für Open-Water-zertifizierte Taucher problemlos zugänglich. Ein Advanced-Brevet brauchst du nicht.
Darf ich die Keramikfragmente anfassen oder mitnehmen? Nein. Die Tonscherben stehen unter dem Schutz des Thai-Kulturerbegesetzes. Anfassen, Bewegen oder Mitnehmen ist verboten und kann empfindliche Strafen nach sich ziehen. Schauen, staunen, Foto machen: Das ist alles, was erlaubt ist.
Welche Tauchschulen fahren die Pottery Pinnacles an? Nicht alle Tauchbasen auf Koh Tao haben den Spot im Standardprogramm. Am besten fragst du direkt nach. Schulen in Chalok Ban Kao kennen ihn gut, weil er von dort nur 10 bis 15 Minuten entfernt liegt. Wer gezielt dorthin möchte, kann ihn als Wunschspot für ein Fun-Dive-Paket anfragen.
Ist der Spot auch für Schnorchler geeignet? Nur eingeschränkt. Die interessantesten Strukturen, also Pinnakel, Keramikfragmente und Makroleben, liegen bei 10 bis 16 Metern. Wer gut abtauchen kann und klares Wasser vorfindet, bekommt von der Oberfläche einen groben Eindruck, mehr aber nicht. Für Schnorchler ist Mango Bay die bessere Wahl.
Wann ist die beste Jahreszeit für die Pottery Pinnacles? Der Spot ist ganzjährig betauchbar. Die beste Sichtweite von oft 18 bis 20 Metern herrscht von Februar bis Mai. In der Regenzeit (Oktober/November) kann die Sicht auf 10 Meter fallen, bleibt aber selten schlechter als das.
Was ich dir empfehle: Plane den Besuch der Pottery Pinnacles für den Morgen. Anfahrt ab Chalok Ban Kao kurz nach acht, damit du das beste Licht für die Makrofotografie erwischst. Kombiniere den Tauchgang mit einem zweiten Dive an Mango Bay oder Aow Leuk am Nachmittag, wenn du ohnehin in der Südspitzen-Region unterwegs bist. Bring eine Kamera mit. Und lass dir Zeit, dieser Spot belohnt langsames Tauchen mehr als jeder andere auf Koh Tao.