Essen in Amed und Kubu: Fisch, Aussicht, Auswahl
Abendessen an Balis Ostküste: Warungs mit Meerblick, gegrillter Fisch, Preise und wo der Unterschied zum ruhigen Pemuteran liegt. Erfahrungen von der Tauchküste.
An der Ostküste hat sich die Abendfrage anders gestellt als in Pemuteran. Dort gab es Warung oder Resort. Hier gab es Kubu, wo abends fast nichts ist, und dreißig Minuten weiter Amed, wo mehr los ist als an der gesamten Nordwestküste zusammen.
Die Kurzantwort
Kubu hat abends im Wesentlichen die Resortküchen. Amed hat eine Reihe von Warungs und Restaurants, viele mit Blick aufs Wasser, und Küchen, die bis 21:30 oder 22:00 Uhr offen haben.
Preise in Amed: 40.000–80.000 IDR pro Gericht im Warung, mehr in den Restaurants mit Aussicht. Die lokale Stärke ist auch hier gegrillter Fisch.
Der Unterschied zum Nordwesten
Amed ist touristischer, und das hat zwei Seiten.
Was besser ist: Auswahl. Es gibt vegetarische Karten, italienische Küche, Frühstück den ganzen Tag, ordentlichen Kaffee, Smoothie Bowls. Nach einer Woche Nasi Goreng ist das ein realer Vorteil. Die Küchen haben länger offen, was nach einem Nachttauchgang den Unterschied zwischen Abendessen und Keksen macht.
Was schlechter ist: Beliebigkeit. Je länger die Karte, desto durchschnittlicher das Essen. In Pemuteran kocht ein Warung sechs Gerichte, in Amed manchmal vierzig. Die vierzig sind selten alle gut.
Die Lösung ist simpel: In Amed die Lokale nehmen, die eine kurze Karte haben, oder gezielt das bestellen, wofür der Laden gebaut ist. Am Fischgrill den Fisch, nicht die Pasta.
Fisch, direkt vom Strand
Das ist die eigentliche Stärke dieser Küste. Die Jukung-Fischer fahren nachts raus und landen morgens an, und viele Lokale kaufen direkt am Strand.
Was auf den Tisch kommt, wechselt: Thunfisch, Makrele, Barrakuda, Schnapper, je nach Fang. Zubereitet wird meist Ikan Bakar, also gegrillt, mit Limette, Reis und Sambal. Manchmal in Bananenblatt gewickelt mit einer Gewürzpaste, was noch besser ist.
Bei größeren Fischen wird nach Gewicht abgerechnet. Frag vorher nach dem Preis pro 100 Gramm und lass dir das Tier zeigen — das ist völlig üblich und keine Unhöflichkeit.
Mein Tipp: Bestell mittags für abends. Wer um 13 Uhr sagt, dass er um 19 Uhr Fisch will, bekommt den vom Morgen und nicht den, der seit zwei Tagen im Eis liegt.
Was sonst auf den Karten steht
Die indonesische Grundausstattung ist dieselbe wie im Nordwesten, sie ist im Beitrag über die Warungs in Pemuteran aufgeschlüsselt. Dazu kommen an der Ostküste ein paar Dinge, die man häufiger sieht:
- Sate Ikan / Sate Lilit: Fischsatay, gewürzt und gegrillt, oft am Zitronengrasstiel
- Pepes: in Bananenblatt gegartes Gewürzpäckchen, mit Fisch oder Huhn
- Lawar: balinesischer Gemüse-Kokos-Salat, klassisch mit Fleischanteil, gelegentlich vegetarisch
- Smoothie Bowls und westliches Frühstück: eine Amed-Spezialität, in Pemuteran kaum zu finden
- Kopi Bali und Arabica aus Kintamani: der Kaffee ist an dieser Küste im Schnitt besser
Getränke: Bintang groß 40.000–60.000 IDR, Säfte um 25.000–35.000 IDR. In Lokalen mit Meerblick liegt alles etwa 30 Prozent über dem Warung-Niveau, was für die Aussicht in Ordnung geht.
Der Blick
Ein Punkt, der in Amed nicht zu unterschätzen ist: Die Buchten liegen so, dass man abends auf Wasser und Berge schaut. An klaren Abenden steht der Gunung Agung im Rücken der Bucht, und in der halben Stunde nach Sonnenuntergang wird das ziemlich beeindruckend.
Das ist der Grund, warum die Lokale am Hang teurer sind als die an der Straße. Ob es das wert ist, muss jeder selbst wissen. Ich würde sagen: einmal ja, dauerhaft nein.
Praktisches
Bargeld. Kleinere Warungs nehmen nur Bargeld. In Amed gibt es Geldautomaten, in Kubu kaum.
Anfahrt. Von Kubu nach Amed sind es 30 bis 45 Minuten auf der Küstenstraße. Nachts ist die Strecke unbeleuchtet und kurvig. Wer abends ein Bier trinkt, nimmt einen Fahrer und keinen Roller — das ist an dieser Straße keine Formalität.
Zeit. Wie überall wird nach Bestellung gekocht. 20 bis 30 Minuten sind normal.
Magen. Ich hatte an beiden Küsten keinerlei Probleme. Trotzdem: Eine kleine Reiseapotheke gehört ins Gepäck, weil ein verdorbener Magen dich nicht einen Abend, sondern zwei Tauchtage kostet.
Wasser. Nicht aus der Leitung. Refill-Stationen gibt es in Amed vielerorts, was auf zwei Wochen einen ordentlichen Stapel Plastikflaschen spart.
Was ich dir empfehle: In Kubu wohnen, weil das Hausriff und die Ruhe das Argument sind, und zwei- oder dreimal abends nach Amed fahren. Beides jeden Tag zu wollen, funktioniert nicht.
Häufig gestellte Fragen
Kann man in Amed gut frühstücken? Ja, deutlich besser als im Nordwesten. Mehrere Lokale haben westliches Frühstück und guten Kaffee, was vor einem Tauchgang um acht praktisch ist.
Gibt es Bars in Amed? Ein paar entspannte Läden mit Musik und Blick aufs Wasser, nichts, was man Nachtleben nennen würde. Gegen 23 Uhr ist auch dort weitgehend Schluss.
Ist Schweinefleisch verfügbar? Häufiger als im Nordwesten, weil die Ostküste stärker hinduistisch geprägt ist. Babi Guling findet man trotzdem eher auf Bestellung oder in den größeren Orten.
Wie viel Budget pro Tag fürs Essen? Mit Warungs etwa 12 bis 18 EUR pro Tag inklusive Getränken, mit Restaurants und Aussicht eher 30 bis 50 EUR. Die Gesamtkalkulation der Route steht im Beitrag zur Bali-Tauchroute.
Bekommt man abends nach 22 Uhr noch etwas? Selten. Wenn du nach einem späten Tauchgang sicher etwas essen willst, sag deiner Unterkunft vorher Bescheid — die meisten legen dir etwas zurück.