GoPro Zubehör Tauchen: Diese 3 Teile brauchst du wirklich
GoPro Zubehör zum Tauchen: Dive Housing (60 m), Rotfilter & Griff – das Essential-Set gibt es ab ~100 €. Was du brauchst & was nicht – jetzt lesen!
Auf jedem Tauchboot vor Koh Tao siehst du sie: GoPros an Selfie-Sticks, GoPros nackt am Handgelenk, GoPros mit 50-teiligen China-Zubehör-Sets, von denen 47 Teile nie benutzt werden. Und nach dem Tauchgang die immer gleiche Enttäuschung – blaustichige Videos, beschlagene Linsen, oder schlimmer: die Kamera liegt auf 25 Metern im Sand.
Ich tauche seit über 15 Jahren auf Koh Tao und habe hunderte GoPro-Setups auf den Booten gesehen. Die gute Nachricht: Du brauchst erstaunlich wenig Zubehör, um richtig gute Aufnahmen zu machen. Die schlechte: Genau diese drei Teile fehlen bei den meisten.
Welches GoPro Zubehör brauchst du zum Tauchen?
Zum Tauchen brauchst du genau drei GoPro-Zubehörteile: ein Dive Housing (schützt bis 60 m), einen Rotfilter (korrigiert Farben ab 5 m Tiefe) und einen Griff mit Lanyard (Stabilität und Verlustsicherung). Dieses Essential-Set kostet zusammen etwa 100–150 € – alles darüber hinaus ist optional. Ohne Housing riskierst du die Kamera, ohne Filter sind deine Videos blau, ohne Griff verwackelt oder versenkt.
| Priorität | Zubehör | Preis | Warum |
|---|---|---|---|
| Essential | Dive Housing (60 m) | 40–55 € | GoPro allein nur bis 10 m dicht |
| Essential | Rotfilter | 15–40 € | Farben ab 5 m Tiefe |
| Essential | Griff/Tray + Lanyard | 25–60 € | Stabile Aufnahmen, Verlustschutz |
| Sinnvoll | Anti-Fog-Inserts | 8–12 € | Gegen Beschlagen im Tropenklima |
| Sinnvoll | Videolicht | 100–250 € | Makro, Tiefe, Nachttauchgänge |
| Sinnvoll | 2. Akku + große SD-Karte | 30–50 € | 2–3 Tauchgänge pro Tag |
| Verzichtbar | Dome Port | 30–60 € | Nur fürs Schnorcheln (Split Shots) |
| Verzichtbar | Selfie-Stick | 10–20 € | Unter Wasser unbrauchbar |
| Verzichtbar | 50-teilige Zubehör-Sets | 20–35 € | 90 % Plastikmüll |
Schauen wir uns die drei Essentials im Detail an.
Dive Housing: Warum die GoPro allein nicht reicht
Eine aktuelle GoPro ist ohne Gehäuse nur bis 10 m wasserdicht – zum Tauchen brauchst du das Protective Housing, das laut GoPro-Specs bis 60 m schützt. Wer mit der nackten Kamera abtaucht, spielt Roulette mit 400 €.
10 m Eigen-Wasserdichtigkeit vs. 60 m Housing
Die Zahlen sind eindeutig: HERO11, HERO12 und die aktuelle GoPro HERO13 Black sind ab Werk bis 10 m dicht. Das reicht zum Schnorcheln in der Shark Bay – aber schon dein Open-Water-Kurs geht laut PADI-Standard auf 18 m, mit Advanced Open Water auf 30 m. Selbst die flachen Fotospots auf Koh Tao – Twins, White Rock, Japanese Garden – liegen bei 5–18 m. An Chumphon Pinnacle oder Sail Rock stehst du schnell auf 30 m+.
Dazu kommt: Die 10-Meter-Angabe gilt für eine fabrikneue Kamera mit perfekt sitzenden Dichtungen. Ein Sandkorn in der Klappe, ein Jahr Salzwasser – und die Toleranz schrumpft. Das Housing kostet 40–55 € und macht die Tiefenfrage komplett irrelevant. Es schützt nebenbei die Linse vor Kratzern und gibt dir stabile Mount-Punkte für Griff und Filter.
Anti-Fog-Inserts gegen Beschlagen im Tropenklima
Das häufigste GoPro-Problem auf Koh Tao ist nicht Wasser von außen, sondern Feuchtigkeit von innen: Du schließt das Housing im klimatisierten Zimmer bei 22 °C, trägst es in die 32 °C warme, feuchte Bootsluft, tauchst ab – und am kühlen Frontglas kondensiert die eingeschlossene Luftfeuchtigkeit. Ergebnis: Alle Aufnahmen des Tages sind milchig.
Zwei Dinge helfen:
- Anti-Fog-Inserts – kleine Trockenmittel-Pads, die du seitlich ins Gehäuse legst. Kostenpunkt 8–12 € fürs Set, und sie sind wiederverwendbar: nach dem Einsatz 48 Stunden offen trocknen lassen.
- Gehäuse trocken schließen – morgens im Zimmer, bevor du zur Tauchschule läufst, nicht erst auf dem schaukelnden Boot mit Gischt in der Luft.
Mein Tipp: Ich schließe das Housing abends nach dem Akkuladen, mit zwei frischen Inserts, und öffne es erst wieder nach dem letzten Tauchgang. Seit ich das so mache, hatte ich in drei Jahren kein einziges beschlagenes Video mehr.
Rotfilter: Der Gamechanger für Farben ab 5 Metern
Ein Rotfilter kostet 15–40 € und ist die eine Anschaffung mit dem größten sichtbaren Effekt: Er gibt deinen Aufnahmen zwischen 5 und 20 m Tiefe die Farben zurück, die das Wasser schluckt.
Warum Rot zuerst verschwindet
Wasser filtert Licht nach Wellenlänge: Langwelliges rotes Licht wird zuerst absorbiert – ab etwa 5 m ist der Rotanteil weitgehend weg, ab 15–20 m auch Orange und Gelb. Übrig bleibt der blaugrüne Schleier, den du von unbearbeiteten Tauchvideos kennst. Deine Augen (bzw. dein Gehirn) korrigieren das unter Wasser automatisch – der Kamerasensor nicht.
Der Rotfilter kompensiert genau das: Er dämpft Blau und Grün, sodass das verbleibende Rot wieder im richtigen Verhältnis steht. Auf Koh Tao mit 28–30 °C warmem Wasser und 10–30 m Sicht sind die Bedingungen dafür ideal – viel Tageslicht, klares Wasser, und die schönsten Rifflandschaften liegen genau im Filter-Sweetspot zwischen 5 und 18 m.
| Tiefe | Lösung | Warum |
|---|---|---|
| 0–5 m | Kein Filter | Rotanteil noch natürlich vorhanden – Filter macht das Bild orange |
| 5–20 m | Rotfilter | Tageslicht + Filter = natürliche Farben |
| 20 m+ & Nacht | Videolicht | Zu wenig Restlicht, Filter wirkungslos |
Wichtig: Der Filter muss zu deinem Setup passen – es gibt Aufsätze für das nackte Objektiv und (besser) Varianten, die auf das Dive Housing klemmen. Und beim Schnorcheln im Flachwasser nimmst du ihn ab, sonst wird alles rotstichig.
Rotfilter vs. Videolicht – ab wann sich die Wurkkos DL10R lohnt
Der Filter arbeitet mit vorhandenem Tageslicht – wo keines ist, kann er nichts korrigieren. Sobald du tiefer als ~20 m filmst, Makromotive wie Nacktschnecken oder den Frogfish am White Rock aufnehmen willst oder einen Nachttauchgang machst, brauchst du eigenes Licht. Auf den Koh-Tao-Booten hat sich die Wurkkos DL10R mit 4.500 Lumen als Standard etabliert – hell genug für Video, USB-C-ladbar, und mit rund 100 € deutlich günstiger als klassische Marken-Videolichter.
Insider: Filter und Licht gleichzeitig ist ein klassischer Anfängerfehler – das Kunstlicht enthält volles Rot, der Filter verfälscht es dann. Regel an Bord: Licht an = Filter ab.
Wie du Weißabgleich, ISO und Bildrate dazu passend einstellst, habe ich im Guide zu den besten GoPro-Unterwasser-Einstellungen aufgeschrieben.
Griffe, Trays und Verlustsicherung
Ein Griff macht aus zittrigen Schwenks ruhige Aufnahmen – und ein Lanyard verhindert, dass deine GoPro auf dem Weg dorthin im Golf von Thailand verschwindet. Beides zusammen kostet weniger als ein einziger Fun Dive samt Kamera-Ersatz.
Floaty vs. Tauchgriff Nitescuba NS10
Hier gibt es ein Missverständnis: Der orangefarbene Floaty-Griff ist Schnorchel-Zubehör. Er hält die Kamera an der Oberfläche – genau das, was du beim Tauchen nicht willst, denn ein Auftriebskörper macht die Kamera unter Wasser nervös und zieht ständig nach oben. Merke: Eine GoPro ohne Floaty sinkt. Lässt du sie auf 18 m los, ist sie weg.
Für Taucher ist ein negativ bis neutral tarierter Aluminium-Griff die richtige Wahl. Ich nutze seit zwei Jahren den Nitescuba NS10 Kameragriff: stabile Ein-Hand-Führung, 1/4-Zoll- und GoPro-Mount, und über die Löcher im Griff montierst du später ein Videolicht – damit wächst das Setup mit, ohne dass du neu kaufen musst. Wer zwei Lichter fahren will, rüstet auf ein Tray mit zwei Armen auf; für die ersten 100 Tauchgänge ist das aber Overkill.
Lanyard-Pflicht auf Koh-Tao-Booten
Die Tauchdecks auf Koh Tao sind voll – zur Hochsaison sitzen 20+ Taucher auf einem Boot, beim Ausstieg über die Leiter schaukelt es, und Kameras werden von Hand zu Hand gereicht. Genau da gehen GoPros verloren, nicht auf dem Riff. Deshalb gilt bei mir: Kamera ist immer per Lanyard mit dem Handgelenk oder dem BCD-D-Ring verbunden – vom Briefing bis zum Ausstieg. Ich nutze das elastische Spiralkabel-Lanyard von Cressi mit Karabiner: Beim Filmen stört es nicht, beim negativen Einstieg vom Boot bleibt die Kamera dran, und wenn ich beide Hände für die DSMB brauche, baumelt die GoPro sicher am D-Ring.
Mein Tipp: Clippe die Kamera schon an, bevor du sie vom Guide oder Bootsjungen entgegennimmst – die meisten GoPros gehen bei genau dieser Übergabe im Wasser verloren.
Was du NICHT brauchst: Zubehör-Fallen für Einsteiger
Die Hälfte des angebotenen GoPro-Zubehörs ist für Taucher nutzlos – spare dir das Geld für einen guten Filter oder ein Licht.
- Dome Port: Der große Halbkugel-Aufsatz ist für Split Shots (halb über, halb unter Wasser) beim Schnorcheln gedacht. Unter Wasser bringt er nichts, ist sperrig und flutet gern. Nur kaufen, wenn du gezielt Oberflächen-Shots willst.
- Selfie-Sticks: An Land okay, unter Wasser eine Verwacklungsmaschine mit Hebelwirkung – und auf engen Tauchdecks eine Gefahr für die Masken deiner Mitmenschen.
- 50-teilige Zubehör-Sets: Brustgurte, Helmhalterungen, Lenker-Mounts, Saugnäpfe – alles dabei, nichts davon tauchtauglich. Die enthaltenen “wasserdichten” Gehäuse sind oft nicht für 40 m+ spezifiziert und die Schrauben rosten nach einer Woche Salzwasser.
- Billig-Filter-Sets mit 6 Farben: Du brauchst genau einen Rotfilter für blaues Wasser. Magenta ist für Grünwasser (Seen, nicht Koh Tao), der Rest ist Deko.
Falls du gerade grundsätzlich überlegst, welche Kamera überhaupt die richtige ist: Im Vergleich GoPro vs. Olympus TG-7 findest du meine Einschätzung für Video- vs. Foto-Fokus – und mit der Divevolk Seatouch 4 Max gibt es inzwischen auch eine ernstzunehmende Smartphone-Alternative.
Mein Koh-Tao-Setup: Was bei mir ins Tauchboot kommt
Nach vielen Jahren und etlichen Fehlkäufen ist mein Setup auf das Wesentliche geschrumpft. Das hier kommt bei mir in die Drybag, wenn es morgens um 6:30 Uhr Richtung Chumphon Pinnacle geht:
| Teil | Modell | Preis (ca.) |
|---|---|---|
| Kamera | GoPro HERO13 Black | 400 € |
| Housing | GoPro Protective Housing (60 m) | 50 € |
| Rotfilter | Klemmfilter fürs Housing | 25 € |
| Griff | Nitescuba NS10 | 35 € |
| Lanyard | Cressi Spiralkabel + Karabiner | 15 € |
| Anti-Fog | 12er-Set Inserts | 10 € |
| Licht | Wurkkos DL10R (nur Makro/Nacht/30 m+) | 100 € |
| Ersatzakku + 128-GB-SD | Original + SanDisk Extreme | 45 € |
Ohne Kamera und Licht liegt das reine Essential-Zubehör bei etwa 135 € – weniger als zwei Fun-Dive-Tage auf Koh Tao (700–1.000 THB pro Tauchgang). Der Unterschied in den Aufnahmen ist dagegen gewaltig: stabil statt verwackelt, farbig statt blau, und die Kamera kommt garantiert wieder mit nach Hause.
Was ich dir empfehle: Kauf zuerst Housing, Rotfilter und Griff mit Lanyard – dieses Trio deckt 90 % aller Tauchgänge auf Koh Tao ab. Das Videolicht rüstest du nach, wenn dich das Makro-Fieber packt oder der erste Nachttauchgang ansteht. Und lass die 50-Teile-Sets im Regal.
Häufig gestellte Fragen
Wie tief ist eine GoPro ohne Gehäuse wasserdicht? Die aktuellen Modelle HERO11, HERO12 und HERO13 Black sind laut GoPro-Specs bis 10 m ohne Gehäuse wasserdicht. Für alles darunter brauchst du das Protective Housing (bis 60 m) – schon das Open-Water-Limit liegt laut PADI bei 18 m.
Ab welcher Tiefe brauche ich einen Rotfilter? Ab etwa 5 m, denn dort ist der Rotanteil des Lichts bereits weitgehend absorbiert. Sinnvoll ist der Filter bis etwa 20 m bei Tageslicht – darunter und nachts hilft nur noch ein Videolicht.
Warum beschlägt die GoPro unter Wasser – und was hilft? Eingeschlossene feuchte Luft kondensiert am kühlen Frontglas, typisch nach dem Schließen im klimatisierten Zimmer und dem Wechsel in warme Bootsluft. Abhilfe: Anti-Fog-Inserts einlegen und das Gehäuse morgens in trockener Umgebung schließen. Die Inserts sind nach 48 Stunden Trocknen wiederverwendbar.
Rotfilter oder Videolicht? Der Filter (15–40 €) für Tageslicht auf 5–20 m, das Licht (ab ~100 €) für Makro, Tiefen über 20 m und Nachttauchgänge. Nie beides gleichzeitig nutzen – Kunstlicht plus Filter ergibt Farbstiche.
Darf die GoPro mit in den Open-Water-Kurs? Nein – die Tauchschulen auf Koh Tao erlauben Kameras im Anfängerkurs nicht, damit du dich auf Tarierung und Übungen konzentrierst. Ab der Zertifizierung darfst du sie auf Fun Dives (700–1.000 THB) mitnehmen.
Drei Teile, rund 135 € – mehr steht zwischen dir und Tauchvideos, die du wirklich herzeigen willst, nicht. Und wenn die Hardware sitzt, hol dir im nächsten Schritt die richtigen GoPro-Einstellungen für unter Wasser – denn das beste Zubehör nützt nichts, wenn der Weißabgleich auf Auto steht.