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Tauchen als Brillenträger: Klare Sicht unter Wasser

Brillenträger beim Tauchen: Kontaktlinsen, Korrekturgläser oder Dioptrien-Maske? Alle Optionen im Vergleich – damit du auf Koh Tao gestochen scharf siehst.

MB
Marc Böhle
Aktualisiert: 9. März 2026
Taucher mit Tauchmaske und Korrekturgläsern schaut auf ein Korallenriff auf Koh Tao
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Ich habe meinen ersten Tauchkurs auf Koh Tao mit -3,5 Dioptrien gemacht. Ohne Sehhilfe erkenne ich mein Gegenüber auf zwei Meter Entfernung kaum — und unter Wasser wollte ich eigentlich keine Schlieren sehen, sondern Schildkröten. Die gute Nachricht: Als Brillenträger bist du beim Tauchen alles andere als aufgeschmissen. Du hast sogar mehrere gute Optionen.

Kurz & knapp: Tauchen mit Sehschwäche

Brillenträger können problemlos tauchen — die Brille selbst passt nicht unter eine Tauchmaske, aber es gibt drei bewährte Lösungen: Kontaktlinsen mit normaler Tauchmaske, eine Tauchmaske mit fertig erhältlichen Korrekturgläsern (Dioptrien-Gläsern) oder eine individuell eingeschliffene Maske vom Optiker. Für die meisten Taucher auf Koh Tao ist die Kontaktlinsen-Variante oder eine günstige Dioptrien-Maske die praktischste Lösung.


Warum eine Brille unter der Tauchmaske nicht funktioniert

Das Erste, was viele Brillenträger fragen: „Kann ich einfach die Brille anlassen und die Maske drüber ziehen?” Die kurze Antwort ist nein — und hier ist warum.

Eine Tauchmaske dichtet rund um Stirn, Wangen und Nase ab. Brillenbügel unterbrechen diese Dichtung an den Schläfen. Wasser läuft sofort hinein. Abgesehen davon drückt die Maske die Brille ins Gesicht, was nach kurzer Zeit schmerzhaft wird. Und optisch macht die Doppelscheibe (Brillenglas + Maskenglas) die Sicht eher schlimmer als besser.

Die Brille muss also draußen bleiben — aber das bedeutet nicht, dass du blind unter Wasser bist.


Option 1: Kontaktlinsen + normale Tauchmaske

Die einfachste und für viele Taucher die beste Lösung: weiche Kontaktlinsen tragen, normale Tauchmaske drüber, fertig.

Warum das funktioniert: Unter einer dicht sitzenden Tauchmaske verändert sich die Kontaktlinse im Auge praktisch nicht. Solange kein Wasser in die Maske eindringt, bleiben die Linsen an Ort und Stelle. Problematisch wird es nur, wenn die Maske vollläuft oder du sie unter Wasser abnimmst — dann können die Linsen ausspülen.

Vorteile:

  • Keine zusätzlichen Kosten für eine spezielle Maske
  • Du kannst jede beliebige Tauchmaske verwenden
  • Flexibel: dieselbe Maske funktioniert auch zum Schnorcheln

Nachteile:

  • Bei Maskenfluten (wenn Wasser eindringt) besteht das Risiko, eine Linse zu verlieren
  • Empfindliche Augen können auf Salzwasser reagieren
  • Bei sehr häufigen Tauchgängen (mehrere Tage hintereinander auf Koh Tao) können die Augen trocken werden

Mein Tipp: Nimm Tageslinsen mit. Sie kosten nicht viel, und wenn eine ausspülen sollte oder sich nach dem Tauchen unangenehm anfühlt, wirfst du sie einfach weg. Kein Drama.


Option 2: Tauchmaske mit Standard-Korrekturgläsern

Mehrere Maskenhersteller — darunter Cressi, Mares und Aqualung — bieten Tauchmasken mit austauschbaren Korrekturgläsern an. Diese sogenannten Dioptrien-Linsen werden einfach in die bestehende Maske eingesetzt (oder die Maske kommt bereits damit bestückt).

Erhältliche Stärken: In der Regel von -1 bis -8 Dioptrien für Kurzsichtige, manche Hersteller auch +1 bis +4 für Weitsichtige. In halben oder ganzen Dioptrien-Schritten.

Wichtig zu wissen: Die Korrekturgläser berücksichtigen keine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) oder unterschiedliche Stärken für rechtes und linkes Auge. Wenn du eine starke Hornhautverkrümmung hast oder beide Augen stark unterschiedlich sind, ist diese Lösung nur ein Kompromiss.

Ich empfehle, eine gute Zweiglasmaske zu wählen — nur Masken mit zwei separaten Gläsern (nicht Einglasmasken mit Panoramascheibe) sind für Korrekturgläser geeignet, da die Linsen ins jeweilige Glas eingesetzt werden. Tauchmasken mit Korrekturgläsern auf Amazon ansehen →

Vorteile:

  • Günstig: Korrekturgläser kosten oft nur 20–40 Euro zusätzlich
  • Keine Kontaktlinsen nötig
  • Robust und wartungsarm
  • Kein Risiko, eine Linse unter Wasser zu verlieren

Nachteile:

  • Nur ganzzahlige oder halbzahlige Dioptrien
  • Kein Ausgleich für Astigmatismus
  • Maske und Gläser müssen kompatibel sein (Herstellerbindung)

Option 3: Individuell eingeschliffene Maske vom Optiker

Wer seinen Sehfehler vollständig korrigieren möchte — inklusive Astigmatismus, unterschiedliche Stärken auf beiden Seiten und genauen Achsenwerten — der kommt an einem Optiker nicht vorbei.

Spezialisierte Optiker schleifen individuelle Gläser nach deinen exakten Sehwerten direkt für deine Tauchmaske ein. Die Originalscheiben der Maske werden ersetzt, und du siehst unter Wasser so scharf wie mit deiner normalen Brille.

Der Preis dafür ist höher — je nach Dioptrienstärke und Anbieter zahlst du 80 bis 250 Euro für das Einschleifen. Auf Koh Tao gibt es vereinzelt lokale Anbieter, die das direkt vor Ort anbieten — frag bei deiner Tauchschule nach. In Deutschland bieten größere Optiker und spezialisierte Tauchausstatter diesen Service an.

Für wen ist das die richtige Wahl?

  • Starke Hornhautverkrümmung (Astigmatismus über 0,75 Dioptrien)
  • Sehr unterschiedliche Sehstärken auf beiden Augen (mehr als 1 Dioptrie Unterschied)
  • Sehr starke Kurzsichtigkeit (unter -8 Dioptrien)
  • Taucher, die sehr regelmäßig tauchen und maximale Sehqualität wollen

Der Unterwassereffekt: Alles erscheint näher als es ist

Egal welche Lösung du wählst — es gibt einen physikalischen Effekt, den jeder Taucher kennen sollte: Unter Wasser erscheinen Objekte durch die Brechung des Lichts rund 25 % größer und näher als sie tatsächlich sind.

Das heißt: Ein Fisch, der auf einem Meter Abstand schwimmt, wirkt als wäre er nur 75 Zentimeter entfernt. Das Korallenriff vor dir sieht riesig aus. Als Brillenträger mit Korrektionsmaske siehst du also gestochen scharf — aber der Verzerrungseffekt des Wassers bleibt, und daran gewöhnt man sich schnell.

Interessante Randnotiz: Menschen mit leichter Kurzsichtigkeit (bis -2 Dioptrien) berichten manchmal, dass sie ohne jede Korrektur unter Wasser überraschend gut sehen. Liegt daran, dass die Lichtbrechung des Wassers ihre Schwäche teilweise kompensiert. Das ist aber keine verlässliche Methode — wer die Unterwasserwelt wirklich genießen will, sollte klar sehen.


Anti-Fog: Für Brillenträger noch wichtiger

Wer eine Korrektionsmaske trägt, sollte beim Thema Beschlag besonders aufpassen. Verschmierte Korrekturgläser unter Wasser sind noch ärgerlicher als eine normale beschlagene Maske.

Die Standardlösung: neue Masken zunächst mit Zahnpasta oder speziellem Entfettungsmittel einreiben und abspülen. Danach vor jedem Tauchgang Anti-Fog-Mittel auf die Innenseiten auftragen. Ich verwende seit Jahren ein Anti-Fog-Spray speziell für Tauchmasken* — das macht deutlich mehr Sinn als Spucke, besonders wenn ich mehrere Tauchgänge am Tag habe.


Meine Empfehlung für Koh Tao

Für den typischen Reisenden, der auf Koh Tao seinen Open Water Kurs macht oder ein paar Fun Dives bucht: Kontaktlinsen plus normale Tauchmaske ist die einfachste und günstigste Lösung. Nimm Tageslinsen mit, trag sie nur während des Tauchgangs, und du hast keinerlei Zusatzkosten.

Wenn du regelmäßig tauchst und keine Kontaktlinsen magst: Eine Dioptrien-Maske im richtigen Stärkenbereich ist ein guter Kompromiss. Achte darauf, dass die Maske gut sitzt und eine Zweiglasscheibe hat — und kauf die Korrekturgläser gleichzeitig mit der Maske, damit Kompatibilität gewährleistet ist.

Für Vieltaucher mit komplexem Sehfehler lohnt sich der Gang zum Optiker. Die Investition rechnet sich schnell, wenn man bedenkt, wie viele Jahre so eine Maske hält.

Passende Infos zur Maskenauswahl generell findest du in unserem Tauchmaske kaufen: Der ultimative Ratgeber — dort erkläre ich, worauf es bei Sitz, Passform und Volumen ankommt.


FAQ: Tauchen als Brillenträger

Kann ich meine Brille unter der Tauchmaske tragen? Nein. Brillenbügel durchbrechen die Dichtung der Tauchmaske, sodass Wasser eindringt. Außerdem drücken Brille und Maske zusammen unangenehm ins Gesicht.

Darf ich mit Kontaktlinsen tauchen? Ja, das ist grundsätzlich möglich und wird von vielen Tauchern praktiziert. Weiche Tageslinsen sind am besten geeignet. Wichtig: Die Maske sollte dicht sitzen, damit keine Linse ausspülen kann. Bei infizierten Augen besser auf das Tauchen verzichten.

Ab welcher Sehschwäche lohnt sich eine Korrektionsmaske? Gängige Empfehlung: ab etwa -2 bis -2,5 Dioptrien. Bei geringerer Kurzsichtigkeit kann die natürliche Lichtbrechung des Wassers schon helfen. Ab -2,5 Dioptrien ist eine Korrektionsmaske jedoch komfortabler.

Kann ich eine Dioptrien-Maske auf Koh Tao ausleihen? Das ist selten. Die meisten Tauchschulen haben Standard-Leihmasken ohne Korrektur. Wenn du auf klare Sicht angewiesen bist, bring deine eigene Korrektionsmaske mit oder stell sicher, dass du Kontaktlinsen trägst.

Was tun, wenn mir eine Kontaktlinse unter Wasser herausfällt? Auftauchen, Maske abspülen, Linse ist weg. Deshalb: immer eine Reserve-Linse und eine Brille als Backup mitbringen. Aus diesem Grund empfehle ich Tageslinsen beim Tauchen — da ist der Verlust verschmerzbar.

Kann ich mit einer Dioptrien-Maske auch schnorcheln? Ja, problemlos. Eine Korrekturmaske funktioniert genauso gut beim Schnorcheln. Für die Schnorchelspots auf Koh Tao ist sie ideal, wenn du keine Kontaktlinsen tragen möchtest.


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