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Lighthouse Bay Koh Tao: Makro-Paradies für Fotografen

Lighthouse Bay auf Koh Tao – der beste Makro-Spot der Insel. Nacktschnecken, Seepferdchen, Garnelen: Alles über Tiefe, Bedingungen und Foto-Tipps.

MB
Marc Böhle
Aktualisiert: 21. März 2026
Taucher fotografiert Nacktschnecke an buntem Korallenriff in der Lighthouse Bay auf Koh Tao
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Es gibt Tauchspots, die dich mit Großfisch und Strömung beeindrucken. Und dann gibt es Lighthouse Bay — einen Ort, an dem du 55 Minuten lang auf drei Quadratmetern bleibst und trotzdem das Gefühl hast, nicht genug Zeit gehabt zu haben.

Lighthouse Bay liegt an der Südspitze von Koh Tao, unterhalb des alten Leuchtturms. Hier gibt es keine Walhaie und keine Barrakuda-Schwärme. Dafür findest du hier die dichteste Konzentration an Makroleben auf der gesamten Insel — und die besten Bedingungen, um es in Ruhe zu fotografieren.

Warum ist Lighthouse Bay der beste Makro-Spot auf Koh Tao?

Lighthouse Bay ist Koh Taos Makro-Mekka, weil drei Faktoren zusammenkommen, die an keinem anderen Spot der Insel so perfekt harmonieren: geschützte Lage, geringe Tiefe und eine außergewöhnlich hohe Dichte an Kleinstlebewesen.

Die Bucht ist durch die Felsklippen der Südspitze vor Wind und Wellen geschützt. Das Wasser ist fast immer ruhig, die Strömung minimal. Genau das braucht man zum Makro-Fotografieren: Stabilität. Wer schon mal versucht hat, eine zwei Zentimeter große Nacktschnecke bei Strömung zu fotografieren, weiß, wovon ich rede.

Steckbrief: Lighthouse Bay auf einen Blick

MerkmalDetails
LageSüdspitze Koh Tao, unterhalb des Leuchtturms
Tiefe5–18 Meter
StrömungMinimal bis keine
Sicht8–20 Meter (je nach Saison)
BodengrundSand, Geröll, vereinzelte Korallenbomben
LevelAnfänger bis Fortgeschrittene (OWD ausreichend)
Anfahrt15–20 Minuten per Longtail-Boot von Mae Haad
HighlightMakroleben: Nacktschnecken, Seepferdchen, Garnelen

Was lebt in der Lighthouse Bay?

Die Artenvielfalt im Kleinen ist hier atemberaubend. Während andere Spots mit Schwärmen und Großfisch punkten, gewinnt Lighthouse Bay beim genauen Hinsehen.

Nacktschnecken (Nudibranchs)

Lighthouse Bay ist der Nudibranch-Hotspot auf Koh Tao. An einem einzigen Tauchgang habe ich hier bis zu acht verschiedene Arten gezählt. Die Felsen und Geröllfelder bieten ideale Bedingungen: Schwämme, Hydrozoen und Algenbeläge — genau das, wovon Nacktschnecken sich ernähren.

Häufig gesichtet:

  • Chromodoris magnifica — leuchtend blau mit orangem Rand
  • Phyllidia varicosa — schwarz mit gelben Warzen, unverwechselbar
  • Nembrotha kubaryana — grün-schwarz, oft auf Seescheiden
  • Glossodoris atromarginata — bräunlich mit welligem Rand, einer der häufigsten Nudis

Mehr über die Artenvielfalt der Nacktschnecken auf Koh Tao findest du in meinem ausführlichen Nacktschnecken-Guide.

Seepferdchen

Ja, auch in der Lighthouse Bay tauchen Seepferdchen auf. Die Hippocampus kuda (Gelbes Seepferdchen) und gelegentlich Hippocampus spinosissimus halten sich an Seepeitschen und Weichkorallen fest. Die Sichtungen sind nicht so verlässlich wie am White Rock, aber wenn du sie findest, hast du meistens mehr Zeit und Ruhe für Fotos, weil weniger Taucher im Wasser sind.

Garnelen und Krebse

Die wahren Stars für Makro-Fotografen:

  • Harlekin-Garnelen — rot-weiß gepunktet, oft auf Seesternen
  • Putzergarnelen — in Putzer-Stationen auf Korallenbomben, winken einladend mit ihren Antennen
  • Boxer-Krabben — tragen Anemonen als Waffen in beiden Scheren
  • Porzellankrebse — versteckt in Seeanemonen, filigran und perfekt getarnt

Weitere Makro-Highlights

  • Geistermuränen (juvenile, schwarze Phase) — selten, aber Lighthouse Bay gehört zu den besten Chancen auf Koh Tao
  • Anglerfische (Frogfish) — meisterhaft getarnt, meist auf Schwämmen sitzend
  • Plattwürmer — bunt, schnell, oft übersehen
  • Pfeifenfische — lang und dünn, stehen reglos zwischen Korallen

Tauchen in der Lighthouse Bay: Ablauf und Tipps

Anfahrt

Lighthouse Bay wird von den meisten Tauchschulen als Spezial-Trip angeboten, nicht als täglicher Standard-Spot. Die Anfahrt per Longtail-Boot dauert 15–20 Minuten vom Mae Haad Pier. Frag bei deiner Tauchschule gezielt nach dem Spot — er steht nicht immer auf dem regulären Tagesplan.

Der Tauchgang

Der typische Tauchgang in der Lighthouse Bay sieht so aus:

  1. Abstieg über den Sandboden auf 8–12 Meter
  2. Langsames Absuchen der Geröllfelder und Korallenbomben
  3. Makro-Stops an den bekannten Stellen — dein Diveguide kennt die Stammplätze der Nudis und Seepferdchen
  4. Aufstieg über das flache Riff (5–8 Meter), wo Putzergarnelen-Stationen warten

Die Gesamttauchzeit liegt bei 45–60 Minuten — durch die geringe Tiefe hast du deutlich mehr Grundzeit als an tiefen Spots wie Chumphon Pinnacle.

Meine Tipps für den perfekten Lighthouse-Bay-Tauchgang

  • Tarierung ist alles. Auf Sandboden und in der Nähe von kleinen Lebewesen musst du absolut stabil schweben. Knapp über dem Grund, ohne aufzuwirbeln. Wenn du noch an deiner Tarierung arbeitest, übe vorher an einem anderen Spot.
  • Nimm dir Zeit. Das ist kein Spot zum Durchschwimmen. Bleib an einer Stelle, schau genau hin, warte. Die besten Sichtungen kommen nach 30 Sekunden Geduld.
  • Frag den Diveguide. Die Guides, die Lighthouse Bay regelmäßig tauchen, wissen genau, wo die Seepferdchen zuletzt gesehen wurden und an welchem Felsen die Harlekin-Garnelen sitzen.
  • Morgentauchgang buchen. Das Licht ist zwischen 8 und 10 Uhr am besten für Makrofotografie — weich, gleichmäßig, ohne harte Schatten.

Ausrüstung für Makrotauchen in der Lighthouse Bay

Die richtige Ausrüstung macht an einem Makro-Spot wie Lighthouse Bay den Unterschied zwischen “netter Tauchgang” und “beste Fotos meines Lebens.”

Kamera

Für Makro-Aufnahmen unter Wasser ist die Olympus TG-7 meine erste Empfehlung. Sie fokussiert bis auf 1 Zentimeter an das Motiv heran — perfekt für Nacktschnecken und Garnelen. Die dedizierten Unterwassermodi korrigieren den Grünstich automatisch, und ohne Gehäuse ist sie bis 15 Meter wasserdicht — genau im Tiefenbereich der Lighthouse Bay.

Lies meinen ausführlichen Olympus TG-7 Unterwasser Review für alle Details.

Tauchlampe

Eine gute Tauchlampe ist beim Makrotauchen unverzichtbar. Unter Felsvorsprüngen und in Spalten, wo die besten Lebewesen sitzen, ist es ohne Zusatzlicht zu dunkel für brauchbare Fotos. Außerdem bringt fokussiertes Licht die echten Farben der Nacktschnecken zum Vorschein, die das Auge im blauen Umgebungslicht nicht sieht.

Meine Empfehlungen:

Tipp: Eine Lampe mit einstellbarem Lichtkegel ist für Makro ideal. Breiter Streuwinkel für die Suche, enger Spot für das eigentliche Foto.

Weiteres nützliches Zubehör

  • Spiralkabel / Lanyard für die Kamera: Auf Amazon ansehen — damit dir nichts entgleitet, während du dich auf das Motiv konzentrierst
  • Anti-Fog Spray für die Maske: Auf Amazon ansehen — eine beschlagene Maske ruiniert jeden Makro-Moment
  • Dry Bag fürs Boot: Auf Amazon ansehen — Kamera-Zubehör trocken halten auf dem Longtail

Lighthouse Bay vs. andere Makro-Spots auf Koh Tao

SpotMakro-QualitätTiefeStrömungZugänglichkeit
Lighthouse BayExzellent5–18 mMinimalSpezial-Trip
White RockSehr gut4–20 mGeringStandard-Spot
Japanese GardenGut5–12 mGeringStandard-Spot
TwinsGut4–18 mGeringStandard-Spot
Aow LeukMittel3–18 mGeringStandard-Spot

Lighthouse Bay gewinnt für mich bei reiner Makro-Dichte und Ruhe. White Rock hat mehr Abwechslung (Seepferdchen plus Schwärme plus Schildkröten), aber an einem reinen Makro-Tag ist Lighthouse Bay unschlagbar.

Beste Jahreszeit für Lighthouse Bay

Lighthouse Bay ist ganzjährig betauchbar, aber die Bedingungen variieren:

  • Januar–April: Beste Bedingungen. Ruhige See, gute Sicht (15–20 Meter), wenig Plankton. Ideale Zeit für Makrofotografie.
  • Mai–September: Mehr Plankton im Wasser, Sicht 8–15 Meter. Dafür sind viele Makro-Arten aktiver — mehr Nacktschnecken auf Nahrungssuche.
  • Oktober–Dezember: Monsun-Saison. Der Spot ist an der Südseite exponierter. An manchen Tagen nicht anfahrbar. Wenn es geht, kann es trotzdem großartig sein.

Wassertemperatur ganzjährig 28–30°C — ein 3mm Shorty reicht völlig aus.

Für wen ist Lighthouse Bay geeignet?

Perfekt für:

  • Makro-Fotografen und Unterwasser-Enthusiasten
  • Taucher mit gutem Tarierungskontrolle
  • Biologisch interessierte Taucher, die kleine Lebewesen schätzen
  • Alle, die einen ruhigen, wenig frequentierten Spot suchen

Weniger geeignet für:

  • Absolute Anfänger auf ihrem allerersten Tauchgang (Tarierung noch nicht stabil genug)
  • Taucher, die Großfisch und Action suchen
  • Schnorchler (zu tief für die besten Stellen)

Mein Tipp: Wenn du deinen Open Water Kurs gerade erst gemacht hast, gönn dir erst ein paar Fun Dives an einfacheren Spots. Komm dann zu Lighthouse Bay, wenn du deine Tarierung im Griff hast — du wirst es dir selbst danken.

Lighthouse Bay bei Nacht

Ein Nachttauchgang in der Lighthouse Bay ist ein besonderes Erlebnis, wird aber selten angeboten. Die Anfahrt in der Dunkelheit ist logistisch aufwändiger, und die meisten Schulen bevorzugen White Rock oder Japanese Garden für Nachttauchgänge.

Wenn du die Möglichkeit bekommst: Nimm sie wahr. Nachts kommen Spanische Tänzer (die größten Nacktschnecken), Schlangenseesterne und Tintenfische hervor. Die Lighthouse Bay bei Nacht ist wie ein zweiter Tauchplatz.

Mehr zum Thema: Nachttauchen auf Koh Tao — Das komplette Guide.

Häufig gestellte Fragen zu Lighthouse Bay

Brauche ich eine spezielle Zertifizierung für Lighthouse Bay? Nein. Der Open Water Diver (OWD) reicht aus, da die maximale Tiefe bei 18 Metern liegt. Allerdings solltest du bereits einige Tauchgänge Erfahrung haben und deine Tarierung beherrschen, da du nahe am Grund und an empfindlichen Lebewesen tauchst.

Wie komme ich zur Lighthouse Bay? Per Longtail-Boot vom Mae Haad Pier, etwa 15–20 Minuten Fahrt. Frag bei deiner Tauchschule gezielt nach dem Spot — er ist kein Standard-Tagestripziel und muss meist separat gebucht werden.

Kann ich Lighthouse Bay vom Ufer aus betauchen? Theoretisch ja, über einen steilen Felspfad vom Leuchtturm-Viewpoint. Praktisch ist der Einstieg schwierig und nur bei ruhiger See machbar. Die Boot-Anfahrt ist die deutlich bessere Option.

Was kostet ein Tauchgang in der Lighthouse Bay? Ein 2-Tank-Trip mit Lighthouse Bay kostet etwa 1.200–1.800 THB (32–48 Euro), inklusive Equipment. Spezial-Trips, die nur diesen Spot anfahren, können etwas teurer sein.

Wann ist die beste Tageszeit für Lighthouse Bay? Morgens zwischen 8 und 10 Uhr. Das Licht fällt dann gleichmäßig ins Wasser, die Sicht ist meist am besten, und die nachtaktiven Tiere sind noch nicht vollständig in ihren Verstecken verschwunden.

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