Hin Pee Wee Koh Tao: Geheimtipp zwischen White Rock & Twins
Hin Pee Wee Koh Tao: unterschätzter Pinnacle auf 8–18 m zwischen White Rock und Twins. Blaupunktrochen, Makro & wenig Boote – jetzt entdecken!
Frag zehn Taucher auf Koh Tao nach ihren Lieblingsspots, und du hörst zehnmal Chumphon Pinnacle, White Rock, Twins, Sail Rock. Hin Pee Wee nennt fast niemand — und genau das ist ein Fehler. Ich tauche seit über 15 Jahren auf Koh Tao, und Hin Pee Wee gehört zu den Spots, an denen ich am liebsten als Guide unterwegs war: wenig Boote, entspannte Bedingungen und eine Rochendichte, die viele der berühmten Nachbarn alt aussehen lässt.
Was ist Hin Pee Wee auf Koh Tao?
Hin Pee Wee ist ein kleiner Granit-Pinnacle vor der Westküste Koh Taos, ziemlich genau zwischen White Rock und den Twins gelegen, mit Tiefen von 8 bis 18 Metern. Bei 28–30 °C Wassertemperatur und meist schwacher Strömung ist er der klassische entspannte zweite Tauchgang des Vormittagsboots — und weil die maximale Tiefe exakt im PADI-Open-Water-Limit von 18 Metern liegt, dürfen ihn frisch zertifizierte Taucher komplett betauchen.
Der Name bedeutet auf Thai sinngemäß „Geisterfels” — gruselig ist hier unter Wasser allerdings gar nichts. Eher das Gegenteil: Peitschenkorallen, Anemonenfelder und im Sand rundherum mehr Blaupunktrochen, als du an einem Tauchgang zählen kannst.
Lage, Anfahrt und Tauchgangs-Planung
Hin Pee Wee liegt vor der Westseite Koh Taos, etwa 10–15 Bootsminuten von Mae Haad und Sairee Beach entfernt, und ist nur per Tauchboot erreichbar. Shore Diving ist hier keine Option — der Pinnacle sitzt zu weit draußen und bricht nicht bis an die Oberfläche durch. Eine Mooring-Leine markiert den Spot.
Position an der Westküste
Die Westseite ist die geschützte „Hausriff-Seite” der Insel: Hier liegen die Piers, hier fahren die Vormittagsboote, hier reihen sich White Rock, Twins und eben Hin Pee Wee wie an einer Perlenschnur auf. Von den rund 25 Tauchplätzen um Koh Tao gehört Hin Pee Wee zu den am schnellsten erreichbaren — kürzer ist kaum eine Anfahrt.
Warum Hin Pee Wee meist der zweite Tauchgang ist
Das typische Vormittagsboot fährt zuerst einen tiefen Spot — Chumphon Pinnacle oder die Außenkante von White Rock — und danach einen flacheren für den zweiten Tauchgang. Hin Pee Wee ist dafür wie gemacht: Nach einem Tauchgang auf 25–30 Metern gibt dir das flache Profil von 8–18 Metern ordentlich Puffer bei der Reststickstoff-Sättigung, und die Grundzeit wird angenehm lang. Rechne mit 45–55 Minuten Tauchzeit, bei gutem Luftverbrauch auch mehr. Preislich läuft das über das normale Fun-Dive-Programm — ein Tauchgang kostet 700–1.000 THB, mit Paketen deutlich weniger (alle Details im Guide zu den Fun-Dive-Preisen auf Koh Tao).
Mein Tipp: Wenn dein Guide dich fragt, ob ihr als zweiten Tauchgang „nochmal White Rock” oder Hin Pee Wee machen wollt — nimm Hin Pee Wee. White Rock kannst du auf Koh Tao kaum verpassen, Hin Pee Wee schon.
Unterwasser-Topografie: Was dich in 8–18 m erwartet
Hin Pee Wee besteht aus einem zentralen Granit-Pinnacle, dessen Spitze bei etwa 8 Metern beginnt, umgeben von verstreuten Felsblöcken, die auf 16–18 Metern in den Sandboden auslaufen. Der Spot ist kompakt — du umrundest ihn in einem Tauchgang problemlos ein- bis zweimal.
Granitblöcke, Peitschenkorallen, Anemonenfelder
Die Flanken des Pinnacles sind dicht bewachsen: lange Peitschenkorallen, an denen sich Makro-Leben versteckt, Weichkorallen in den strömungsexponierten Ecken und ausgedehnte Anemonenteppiche mit ihren streitlustigen Anemonenfischen. Zwischen den Blöcken bilden sich kleine Canyons und Spalten — perfekte Verstecke für Muränen und ruhende Rochen.
Tiefenprofil und typische Route
Die Standardroute ist simpel und genau deshalb so gut für Trainingstauchgänge:
| Phase | Tiefe | Was passiert |
|---|---|---|
| Abstieg an der Mooring | 0–12 m | Ankunft am Hauptfelsen |
| Umrundung am Sandboden | 14–18 m | Blaupunktrochen-Zone, Blöcke absuchen |
| Spiralförmig nach oben | 8–14 m | Anemonenfelder, Schwärme, Makro |
| Sicherheitsstopp | 5 m | 3 Minuten, oft mit Fischschwarm um dich herum |
Der Clou: Du kannst das komplette Tiefenprofil als aufsteigende Spirale tauchen — Multilevel-Tauchen wie aus dem Lehrbuch, ohne je gegen deinen Tauchcomputer zu arbeiten. Den Sicherheitsstopp hängst du entspannt über der Felsspitze ab, statt im Blauwasser an der Leine zu baumeln.
Meeresleben an Hin Pee Wee
Die Stars von Hin Pee Wee sind Blaupunktrochen im Sand, große Zackenbarsche zwischen den Blöcken und neugierige Fledermausfische im Freiwasser — dazu ein Makro-Angebot, das den Spot bei Fotografen beliebt macht.
Die Stammgäste
- Blaupunktrochen: Auf dem Sand rund um die Blöcke liegen oft mehrere Tiere pro Tauchgang, halb eingegraben, die leuchtend blauen Punkte unverkennbar. Warum sie hier so zahlreich sind, erkläre ich ausführlich im Blaupunktrochen-Porträt.
- Zackenbarsche: Braun-marmorierte Zackenbarsche lauern in den Spalten, manche erstaunlich groß und erstaunlich gelassen.
- Fledermausfische: Kleine Gruppen begleiten Taucher oft minutenlang — sie gehören zu den fotogensten Begegnungen am Spot.
- Schnapper und Füsiliere: Um die Felsspitze ziehen dichte Schwärme aus Gelbstreifen-Schnappern und blau-gelben Füsilieren, gelegentlich gejagt von Stachelmakrelen.
Makro: klein, aber spektakulär
Wer langsam taucht, findet Nacktschnecken an den Felswänden, Putzergarnelen in den Anemonen und mindestens einen gut getarnten Skorpionfisch pro Tauchgang — Augen auf, bevor du dich irgendwo abstützt (was du ohnehin nicht solltest). Genau für solche Spots habe ich mein Smartphone im DiveVolk-Gehäuse wie dem Seatouch 4 Max dabei: Der Touchscreen bleibt unter Wasser bedienbar, und für Makro auf 10–15 Metern reicht das Setup völlig — ohne dass du eine teure Kamera-Ausrüstung durch die Gegend fliegen musst.
Ehrlicher Erwartungs-Reset: Walhai möglich, aber selten
Ja, auch an Hin Pee Wee sind schon Walhaie vorbeigezogen. Nein, du solltest nicht damit rechnen. Die verlässlichen Walhai-Spots auf Koh Tao sind Chumphon Pinnacle, Southwest Pinnacle und Sail Rock — Hin Pee Wee ist die Ausnahme, nicht die Regel. Wer dir hier eine Sichtung „verspricht”, verkauft dir etwas. Tauch den Spot für das, was er zuverlässig liefert: Rochen, Schwärme, Makro.
Für wen sich Hin Pee Wee lohnt (und für wen nicht)
Hin Pee Wee lohnt sich für Open-Water-Taucher, Makro-Fans und alle, die einen ruhigen Spot ohne Bootsgedränge suchen — wer Strömung, Tiefe und Großfisch-Action will, ist an den Pinnacles draußen besser aufgehoben.
Perfekt für OW-Taucher und Tarierungstraining
Weil das Maximum bei 18 Metern liegt, die Strömung meist harmlos ist und die Route sich selbst erklärt, nutzen viele Schulen den Spot für Ausbildungstauchgänge, Refresher und Peak-Performance-Buoyancy-Übungen. Wenn deine Tarierung noch wackelt, ist ein sandiger Grund auf 16 Metern deutlich verzeihender als eine Steilwand über 30 Metern Blauwasser.
Warum der Spot so leer ist
Die einfache Wahrheit: Hin Pee Wee hat keinen berühmten Namen. Die Boote wollen ihren Gästen „Chumphon” und „White Rock” ins Logbuch schreiben, also fahren alle dorthin. Ergebnis: An Hin Pee Wee teilst du dir den Pinnacle oft mit nur einem oder zwei anderen Booten — an guten Tagen habt ihr ihn ganz für euch. Weniger Taucher heißt weniger aufgewirbelter Sand, entspanntere Tiere, bessere Fotos.
Ausrüstungs-Tipps für Hin Pee Wee
Bei 28–30 °C Wassertemperatur gilt die Koh-Tao-Grundregel: dünn anziehen. Ein leichter 2,5-mm-Shorty wie der Cressi Med X reicht das ganze Jahr — alles ab 5 mm aufwärts ist hier schlicht Quälerei und kostet dich nur Blei am Gürtel. Und weil die Westseite Koh Taos die verkehrsreichste Bootsroute der Insel ist, gehört eine eigene DSMB (Delayed Surface Marker Buoy) ans BCD: Mit einer kompakten Signalboje wie der von Cressi bist du beim Auftauchen abseits der Mooring-Leine für Longtails und Tauchboote sichtbar. Auf Koh Tao setzen die Guides die Boje meist selbst — aber spätestens, wenn du mit deinem Buddy eigenständig tauchst, ist sie Pflicht.
Insider: Nimm an Hin Pee Wee bewusst wenig Blei. Auf dem flachen Profil mit fast leerer Flasche am Ende des Tauchgangs merkst du jedes überflüssige Kilo beim Sicherheitsstopp.
Beste Bedingungen: Saison, Sicht und Strömung
Die besten Bedingungen an Hin Pee Wee herrschen von Februar bis April und von Juli bis September — im Juli und August liegt die Sichtweite oft bei 15–25 Metern bei spiegelglatter See.
Als geschützter Westküsten-Spot ist Hin Pee Wee fast ganzjährig betauchbar. Kritisch wird es nur von Mitte November bis Dezember, wenn der Nordost-Monsun Wellen und Schwebstoffe bringt und die Sicht inselweit einbricht. Die Strömung ist an Hin Pee Wee selten ein Thema — gelegentlich zieht es leicht am Pinnacle vorbei, was die Schwärme aktiver macht, aber ein echter Drift Dive wird daraus praktisch nie. Eine ausgeprägte Thermokline wirst du auf 18 Metern im Golf von Thailand ebenfalls kaum erleben — das Wasser bleibt von oben bis unten badewannenwarm.
Wie sich die Sicht übers Jahr verändert und in welchen Monaten du mit welchen Werten rechnen kannst, habe ich in der Monatsübersicht zur Sichtweite auf Koh Tao aufgeschlüsselt.
Was ich dir empfehle: Buch ein Vormittagsboot mit Chumphon Pinnacle als erstem und Hin Pee Wee als zweitem Tauchgang. Erst Großfisch und Adrenalin auf 30 Metern, danach eine Stunde entspanntes Rochen-Zählen und Makro-Suchen auf dem Geisterfels — für mich bis heute eine der besten Zwei-Tank-Kombinationen, die Koh Tao zu bieten hat. Und erzähl hinterher ruhig weiter, dass Hin Pee Wee „nichts Besonderes” sei. Dann bleibt er so schön leer.
Häufig gestellte Fragen
Wie tief ist Hin Pee Wee?
Hin Pee Wee reicht von etwa 8 Metern an der Felsspitze bis auf 16–18 Meter am Sandboden. Der komplette Spot liegt damit innerhalb des Open-Water-Limits von 18 Metern — du kannst ihn direkt nach der Zertifizierung ohne Einschränkung betauchen.
Für welches Tauchlevel ist Hin Pee Wee geeignet?
Ab Open Water Diver. Schwache Strömung, einfache Navigation, unkritische Tiefe von maximal 18 Metern — deshalb wird der Spot auch gern für Kurse, Refresher und Tarierungstraining genutzt. Langweilig wird er trotzdem nicht, dafür sorgen Rochen und Makro-Leben.
Kann ich an Hin Pee Wee Walhaie sehen?
Möglich, aber selten. Die verlässlichen Walhai-Spots sind Chumphon Pinnacle, Southwest Pinnacle und Sail Rock. An Hin Pee Wee tauchen Walhaie nur vereinzelt auf, am ehesten während der Planktonblüten von März bis Mai. Plane den Spot wegen der Blaupunktrochen und Makro-Motive ein.
Wann sind die Bedingungen am besten?
Februar bis April und Juli bis September. Im Juli/August liegt die Sicht oft bei 15–25 Metern, das Wasser ganzjährig bei 28–30 °C. Von Mitte November bis Dezember verschlechtert der Nordost-Monsun die Bedingungen deutlich.
Wie komme ich nach Hin Pee Wee?
Nur per Tauchboot: etwa 10–15 Bootsminuten von Mae Haad oder Sairee entfernt. Der Spot gehört zum Standard-Fun-Dive-Programm fast aller Tauchschulen und wird meist als zweiter, flacherer Tauchgang des Vormittagsboots gefahren. Ein Fun Dive kostet 700–1.000 THB, im Paket weniger.