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Wie tief darfst du mit Open Water tauchen?

Mit Open Water Diver darfst du bis 18 m tauchen – warum diese Grenze gilt, was bei Überschreitung passiert und wie du auf 30 m kommst.

MB
Marc Böhle
Aktualisiert: 1. August 2026
Taucher steigt kontrolliert auf – Tauchtiefe und Tiefengrenze für Open Water Diver auf Koh Tao
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Ich kriege diese Frage nach jedem OWD-Kurs auf Koh Tao: „Und wie tief darf ich jetzt eigentlich tauchen?” Die Antwort ist eindeutig – und wichtiger als viele Anfänger denken.

Tauchtiefe mit Open Water Diver: 18 Meter – weltweit verbindlich

Mit dem PADI oder SSI Open Water Diver darfst du bis maximal 18 Meter tauchen. Nicht „ungefähr 20 Meter”, nicht „18, aber wenn die Sicht gut ist, auch ein bisschen tiefer” – sondern 18 Meter. Diese Grenze ist von PADI und SSI global festgelegt und gilt auf jedem Tauchplatz der Welt.

Tiefengrenzen nach Brevet im Überblick:

ZertifizierungMax. TiefeBemerkung
Junior Open Water Diver (10–14 J.)12 mNur mit Divemaster oder zertifiziertem Erwachsenen
Open Water Diver (OWD)18 mWeltweiter Standard
Advanced Open Water Diver (AOWD)30 mKurs: 2 Tage, 5 Adventure Dives
Deep Diver Specialty40 mAbsolute Grenze im Sporttauchen
Technical Diver> 40 mEigene Ausbildung, Trimix, andere Kreislaufsysteme

Wer den Open Water Kurs auf Koh Tao gerade erst abgeschlossen hat, bewegt sich zunächst in dieser 18-Meter-Welt – und das ist mehr als ausreichend für die meisten Highlights der Insel.


Warum gibt es diese Tiefengrenze überhaupt?

Die 18-Meter-Grenze ist keine Willkür. Sie folgt aus Physik und Unfallstatistik.

Stickstoffnarkose beginnt ab etwa 25–30 Meter

Mit steigendem Druck löst sich mehr Stickstoff im Blut – das erzeugt ab einer gewissen Tiefe einen betäubungsähnlichen Effekt. Erfahrene Taucher kennen das Gefühl und wissen, wie sie damit umgehen. Ein frischzertifizierter OWD, der noch nie auf 25 Meter war, kennt es nicht. Stickstoffnarkose kann zu verlangsamter Reaktion, Orientierungslosigkeit und Fehlentscheidungen führen – in der Tiefe ist das gefährlich.

Dekompressionskrankheit wird mit der Tiefe wahrscheinlicher

Je tiefer du tauchst, desto mehr Stickstoff nimmt dein Körper auf. Steigst du zu schnell auf oder hältst keinen Sicherheitsstopp, können sich Gasblasen im Gewebe bilden – das ist Dekompressionskrankheit. Die No-Decompression-Limits (NDLs) werden mit der Tiefe kürzer: Bei 10 Metern hast du rund 200 Minuten, bei 30 Metern nur noch 20 Minuten. Wer die Tabellen nicht kennt und keinen Tauchcomputer liest, ist blind unterwegs.

Luftverbrauch steigt mit dem Druck

Bei 18 Metern herrscht knapp doppelter Atmosphärendruck – du verbrauchst also fast doppelt so viel Luft wie an der Oberfläche. Wer noch keine Übung im kontrollierten Atmen hat, leert die Flasche schneller als erwartet. Mit zu wenig Reserve für Sicherheitsstopp und Aufstieg wird es eng.

Rettung dauert in der Tiefe länger

An der Oberfläche oder bei 5 Metern kann ein Divemaster schnell eingreifen. Bei 18 Metern muss er einen kontrollierten Aufstieg mit Sicherheitsstopp einplanen – das dauert mindestens 3–5 Minuten. Tiefer ist die Situation noch komplexer.


Was passiert, wenn du als OWD die Grenze überschreitest?

Direkte Konsequenzen – auf mehreren Ebenen.

Deine Tauchversicherung zahlt nicht

Die meisten seriösen Tauchversicherungen (DAN, Hanse Merkur, ERGO Reiseversicherung) haben eine klare Klausel: Leistungen entfallen, wenn du die Tiefengrenze deines Brevets überschreitest. Das bedeutet: Du tauchst auf 25 Meter, bekommst DCS-Symptome, wirst per Boot nach Koh Samui in die Druckkammer geflogen – und zahlst die Rechnung selbst. Eine Druckkammerbehandlung kostet schnell 3.000–8.000 Euro, eine Notfallevakuierung nochmal obendrauf. Deswegen gehört eine Tauchversicherung für Thailand in jede Reiseplanung.

Divemaster und Guides riskieren ihre Lizenz

Auf Koh Tao arbeiten fast alle Guides sehr bewusst mit Tiefengrenzen. Ein Divemaster, der einen OWD auf 25 Meter führt, riskiert seine PADI- oder SSI-Mitgliedschaft. Das passiert nicht – nicht auf seriösen Booten. Wenn du versuchst, „einfach ein bisschen tiefer” zu gehen, wirst du zurückgehalten.

Physische Risiken ohne entsprechende Ausbildung

Als frischer OWD hast du keine Übung darin, Stickstoffnarkose zu erkennen, unter Tiefendruck ruhig zu bleiben oder schnell einen Deko-Stop zu berechnen. Dein Computer zeigt zwar deine NDL an – aber wenn du nicht weißt, was das bedeutet, nützt die Information wenig.


Was du als Open Water Diver auf Koh Tao alles sehen kannst

Hier die Entwarnung: Mit 18 Metern verpasst du auf Koh Tao fast nichts.

Die beliebtesten Spots der Insel liegen alle im OWD-Bereich:

  • Japanese Garden – 8–12 m, Hartkorallen, sehr häufig Schildkröten
  • Shark Bay – bis 10 m, idealer Spot für Bambushaie und Weißspitzen-Riffhaie
  • Twins – 10–18 m, einer der meistgetauchten Spots auf Koh Tao
  • White Rock – 8–18 m, große Korallenhügel, Schwärme von Füsiliere
  • Hin Pee Wee – 8–18 m, ruhiger Nischen-Spot, oft Blaupunktrochen
  • Mango Bay – 10–14 m, anfängerfreundlich, gute Sicht auch bei wenig Erfahrung
  • Green Rock – 15–18 m, Schwimmdurchgänge und Canyons

Was dir erst mit AOWD offensteht: Chumphon Pinnacle (bis 36 m, Barrakuda-Schule), Southwest Pinnacle (bis 33 m), und der tiefste Teil des HTMS Sattakut-Wracks. Aber keine Sorge – auch die oberen Bereiche dieser Spots sind schon in OWD-Tiefe zugänglich.


Eigene Ausrüstung macht den Unterschied – auch beim Tiefenmanagement

Wer mit Leihausrüstung taucht, bekommt auf Koh Tao meistens einen Gruppencomputer oder gar keinen eigenen. Ein eigener Tauchcomputer zeigt dir in Echtzeit: aktuelle Tiefe, No-Deco-Limit, Aufstiegsgeschwindigkeit und Sicherheitsstopp. Das ist gerade am Anfang Gold wert – du verstehst Zusammenhänge direkt am Gerät statt nur theoretisch im Briefing.

Der Cressi Leonardo ist einer der meistgekauften Einsteiger-Computer auf Koh Tao: intuitive Ein-Knopf-Bedienung, großes Display, klare Tiefenangabe – und er warnt akustisch, wenn du die Aufstiegsgeschwindigkeit überschreitest oder zu nahe ans Deko-Limit kommst. Für OWDs, die regelmäßig tauchen werden, lohnt sich die Investition von Anfang an.

Auch eine gut sitzende Maske ist nicht trivial: Die Cressi F1 Frameless hat ein niedriges Innenvolumen, lässt sich leicht ausgleichen und beschlägt kaum. Sie ist unter Tauchschülern und Instructors auf Koh Tao gleichermaßen verbreitet.

Und wenn du mit dem AOWD anfängst, tiefere Spots anzutauchen: Nimm eine Signalboje (SMB) mit. An der Oberfläche signalisierst du damit dem Boot, wo du aufgetaucht bist – das ist auf Koh Tao besonders bei Strömung und belebtem Bootsverkehr wichtig.


Der nächste Schritt: Advanced Open Water auf Koh Tao

Wenn die 18-Meter-Grenze dich frustriert, ist der Advanced Open Water auf Koh Tao die logische Antwort:

  • Dauer: 2 Tage
  • Kosten: 8.500–9.500 THB (ca. 220–250 €)
  • Neue Tiefengrenze: 30 Meter
  • Inhalt: 5 Adventure Dives, darunter Tieftauchgang (bis 30 m) und Navigation
  • Voraussetzung: Nur das OWD-Brevet – keine Mindestanzahl an Tauchgängen

Viele Taucher machen OWD und AOWD direkt hintereinander als Kombi-Paket auf Koh Tao – das spart 500–1.000 THB und gibt dir in einer Woche die wichtigsten Koh-Tao-Tiefenspots frei.

Wer irgendwann noch weiter will: Der Deep Diver Specialty auf Koh Tao hebt das Limit auf 40 Meter – die absolute Grenze im Sporttauchen. Damit erreichst du die tiefsten Teile der Pinnacles und des Sattakut-Wracks vollständig.


Fazit: 18 Meter sind ein Anfang, kein Limit

Als Open Water Diver mit 18 Meter Limit tauchst du auf Koh Tao an den schönsten Spots der Insel. Die Grenze schützt dich, solange du nicht weißt, was tiefer auf dich wartet – und der AOWD ist nur zwei Tage entfernt, wenn du mehr willst. Wichtig ist, dass du die Grenze nicht ignorierst: Versicherungsschutz, physische Sicherheit und Respekt vor dem Lebensraum unter Wasser sind gute Gründe, sie ernst zu nehmen.


FAQ: Tauchtiefe mit Open Water Diver

Wie tief darf man mit Open Water tauchen?

Mit dem PADI oder SSI Open Water Diver (OWD) darfst du bis maximal 18 Meter tauchen. Junior Open Water Diver (10–14 Jahre) sind auf 12 Meter limitiert. Diese Grenze gilt weltweit – egal ob du auf Koh Tao, in Ägypten oder in der Nordsee tauchst.

Was passiert, wenn man als Open Water Diver tiefer als 18 m taucht?

Du verstößt gegen die Zertifizierungsrichtlinien und verlierst möglicherweise den Versicherungsschutz deiner Tauchversicherung. Außerdem setzt du dich physischen Risiken aus – darunter Stickstoffnarkose und ein erhöhtes Risiko einer Dekompressionskrankheit. Seriöse Boote und Tauchschulen auf Koh Tao lassen das grundsätzlich nicht zu.

Wie komme ich von 18 m auf 30 m Tauchtiefe?

Mit dem Advanced Open Water Diver (AOWD) darfst du bis 30 Meter tauchen. Der Kurs dauert auf Koh Tao 2 Tage, kostet ca. 8.500–9.500 THB und umfasst 5 Adventure Dives. Voraussetzung ist lediglich ein gültiges OWD-Brevet – keine Mindestanzahl an Tauchgängen.

Welche Tauchspots auf Koh Tao sind für Open Water Diver geeignet?

Auf Koh Tao sind die meisten Top-Spots für OWDs zugänglich: White Rock (max. 18 m), Japanese Garden (bis 12 m), Twins (10–18 m), Shark Bay (bis 10 m) und Hin Pee Wee (8–18 m). Der Chumphon Pinnacle (36 m) und Southwest Pinnacle (33 m) sind erst mit AOWD erreichbar.

Darf ich als Open Water Diver tiefer als 18 m tauchen, wenn ein Divemaster dabei ist?

Nein. Die 18-Meter-Grenze gilt unabhängig von deiner Erfahrung und davon, ob ein Divemaster dabei ist. PADI- und SSI-Richtlinien sind für alle Guides verbindlich – ein Divemaster darf dich nicht unter 18 m führen, solange du kein AOWD-Brevet hast.

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