Erfahrungsberichte 7 Min. Lesezeit

Tauchen bei Regen auf Koh Tao: Lohnt es sich trotzdem?

Regen auf Koh Tao? Kein Grund zum Stornieren. Welche Spots bei Schlechtwetter taugen, warum die Sicht unten kaum leidet und was ins Gepäck muss.

MB
Marc Böhle
Taucher taucht unter Regenhimmel auf Koh Tao ins blaue Wasser ein
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir eine kleine Provision – für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.

Der Wecker klingelt um halb sieben. Du ziehst die Vorhänge zur Seite, und es pladdert. Auf dem Bungalow-Dach trommelt der Regen, die Palmen biegen sich im Wind, und auf dem Pier sehen die Tauchboote verlassen aus. Regenzeit auf Koh Tao.

Soll das wirklich der Tag sein, an dem du deinen Tauchgang machst?

Kurze Antwort: Ja. Was sich oben ruppig anfühlt, ändert sich unter Wasser kaum.

Tauchen bei Regen auf Koh Tao ruiniert keinen Tauchgang

Süßwasser und Salzwasser vermischen sich nicht. Regenwasser ist leichter als Meerwasser, es schwimmt oben. In den ersten ein, zwei Metern siehst du manchmal eine leichte Eintrübung, einen milchigen Schimmer, der die Sicht auf fünf oder sechs Meter begrenzt. Ab drei Metern Tiefe? Normales Meerwasser.

Die eigentliche Sichtweite auf Koh Tao hängt nicht vom Regen ab. Sie hängt von Plankton, Strömung und der Jahreszeit ab. Nach einer Planktonblüte bei Sonnenschein siehst du manchmal nur vier Meter weit. Bei Regen nach einer ruhigen Woche siehst du zwanzig. Was die Sicht wirklich steuert, erkläre ich im Sichtweite-Guide für Koh Tao.

Der Ozean merkt vom Schauer wenig.

Lee-Seiten kennen — der wichtigste Trick beim Regentauchen

Was sich ändert, ist die Oberfläche. Wind bringt Wellen, und Wellen machen das Ein- und Aussteigen vom Boot anspruchsvoller. Entscheidend ist die Lee-Seite der Insel.

Koh Tao liegt im Golf von Thailand und wird von zwei Monsunphasen geprägt, was sich vollständig von der Andamanensee unterscheidet. Mehr zum Monsunmuster im Golf von Thailand findest du in unserem Überblick.

Südwestmonsun (Mai bis September): Der Wind kommt aus Südwest. Jetzt liegen die Ostküsten-Spots im Windschatten: Aow Leuk, Japanese Garden, Tanote Bay, Shark Bay. Besonders Aow Leuk ist bei SW-Wetter ein Ruhepol mit flachem, klarem Wasser, Schildkröten auf dem Rückweg und kaum Booten bei schlechtem Wetter.

Nordostmonsun (Oktober bis Januar): Der Wind dreht auf Nordost. Jetzt übernimmt die Westküste: White Rock, Twins, Mango Bay, Hin Pee Wee. Der Großteil des Tauchbetriebs findet bei Nordostmonsun auf der Westseite statt, weil die Tauchschulen täglich anhand von Winddaten entscheiden, welche Spots angefahren werden.

Das ist keine Willkür, das ist Erfahrung. Dein Divecenter hat das schon hundertmal gemacht.

Bei echtem Sturm, also Windstärke 6 und mehr und Wellen von mehr als eineinhalb Metern, werden Tauchgänge abgesagt. Das ist die richtige Entscheidung, und sie wird selten getroffen. Koh Tao hat deutlich häufiger windiges Wetter als echten Tauchausfall.

Auf dem Boot bei Regen: die ehrliche Wahrheit

Ich will nichts beschönigen. Die Bootsfahrt kann ungemütlich werden. Du wirst nass. Wenn eine Welle von vorne kommt und du auf dem Bug sitzt, wirst du auch kurz fluchen.

Was das unter Wasser verändert? Nichts.

Der wichtigste Rat für jeden Regen-Tauchtag: alles Schutzbedürftige in einen wasserdichten Beutel. Handy, Kamera, Geldbörse, das saubere T-Shirt fürs Mittagessen. Ich nehme seit Jahren denselben Dry Bag mit Sichtfenster auf jede Bootsfahrt. Das Sichtfenster ist kein Luxus. Du kannst Uhrzeit und Akkustand prüfen, ohne den Beutel zu öffnen. Wer schon mal mit einem durchnässten Handy am Pier gestanden hat, versteht warum.

Zwischen den Tauchgängen hilft ein Mikrofaser-Handtuch. Es trocknet schnell, nimmt kaum Platz weg, und nach dem zweiten Tauchgang wirst du es wirklich brauchen. Nicht weil das Wasser kalt ist, sondern weil der Wind auf dem Boot bei 28°C trotzdem zieht.

Was du bei Regen-Tauchgängen anziehst

Koh Tao hat 28 bis 30°C Wassertemperatur das ganze Jahr über. Im Dezember und Januar sinkt sie kurz auf 26 bis 27°C. Ein 2,5-mm-Shorty ist bei Regen genauso die richtige Wahl wie bei Sonnenschein.

Was manche unterschätzen: Die Kälte kommt nicht aus dem Wasser. Sie kommt vom Wind auf dem Boot zwischen den Tauchgängen. Wer morgens zwei oder drei Tauchgänge plant, sollte den Shorty bei der Überfahrt anlassen. Das hält den Körperkern warm, und der dritte Tauchgang fühlt sich deutlich besser an.

Ein vollständiger Neoprenanzug ist bei 28°C Wasser übertrieben. 3 mm Shorty ist das richtige Maß.

Warum die Regenzeit ihre eigenen Reize hat

Oktober bis Dezember ist die regenreichste Zeit auf Koh Tao. Der November auf Koh Tao ist ruhiger als die Hochsaison, Preise in Tauchschulen und Unterkünften sind günstiger, und an den Spots ist deutlich weniger los.

Und dann gibt es die Walhaie.

Die Sichtungsrate für Walhaie steigt in der Region erfahrungsgemäß im Herbst, wenn das Plankton dichter wird. Koh Tao ist einer der wenigen Orte, wo das im Herbst noch passiert. Wer unbedingt einen Walhai sehen will, bucht lieber Oktober als Juli.

Was “Regenzeit” auf Koh Tao tatsächlich bedeutet: Es regnet intensiv, dann hört es auf. Stundenlanger Dauerregen wie in Mitteleuropa ist selten. Typisch sind heftige Schauer am frühen Morgen oder abends, und trotzdem Tauchgänge am Nachmittag. Tauchausfälle kommen vor, sind aber seltener, als der Begriff “Regenzeit” vermuten lässt.

Was du für den Regen-Tauchtag einpackst

Hier ist die kurze Checkliste für einen Tauchtag bei schlechtem Wetter:

  • Wasserdichter Drybag für alles Elektrische und das trockene Wechselshirt
  • Mikrofaser-Handtuch, schnell trocknend, leicht, unverzichtbar auf dem Boot
  • 2,5–3mm Shorty, denn das Wasser ist warm, der Wind weniger
  • Sonnencreme (reef-safe), weil Wolken die UV-Strahlung nicht komplett abhalten
  • Wechselkleidung im zweiten Beutel für nach dem letzten Tauchgang

Wer die besten Drybags im Vergleich sucht, findet dort eine ausführliche Übersicht verschiedener Größen und Materialien.

Fazit: Regen ist kein Grund zum Stornieren

Ein Regen-Tauchtag auf Koh Tao ist oft einer der entspanntesten. Weniger Touristen, ruhigere Spots, motivierte Instructors. Und unter Wasser merkt ohnehin niemand, was oben passiert. Packst du den Drybag, nimmst das Handtuch mit und akzeptierst, dass die Bootsfahrt nass werden kann, wirst du selten enttäuscht sein.

Die Insel macht auf Regen Pause. Der Ozean nicht.

Häufige Fragen zum Tauchen bei Regen auf Koh Tao

Kann man bei Regen auf Koh Tao tauchen?

Ja. Regen trübt höchstens die erste Meter Wasseroberfläche leicht ein. Ab drei Metern Tiefe ist die Sichtweite wie gewohnt. Unter Wasser merkst du vom Regen kaum etwas.

Welche Spots eignen sich auf Koh Tao bei Regen?

Bei Südwestwind (Mai–September) sind Ostküsten-Spots wie Aow Leuk, Japanese Garden und Tanote Bay geschützt. Bei Nordostmonsun (Oktober–Dezember) wechseln die Spots auf die Westseite: White Rock, Twins, Mango Bay.

Wird die Bootsfahrt bei Regen ungemütlich?

Ja, das kann sie. Wind und Wellen machen die Überfahrt ruppig, du wirst nass. Ein wasserdichter Drybag für Handy, Kamera und Wechselkleidung ist deshalb Pflicht, genauso wie ein Mikrofaser-Handtuch zum Warmbleiben zwischen den Tauchgängen.

Ist die Regenzeit auf Koh Tao schlecht zum Tauchen?

Nein, nur anders. November und Dezember sind am regenreichsten. Dafür gibt es weniger Betrieb, günstigere Preise und statistisch mehr Walhaisichtungen. Die meisten Tauchgänge finden trotzdem statt.

Was ziehe ich beim Tauchen im Regen an?

Einen 2,5- bis 3-mm-Shorty. Die Wassertemperatur liegt das ganze Jahr bei 28 bis 30°C. Die Kälte kommt nicht aus dem Wasser, sondern vom Wind auf dem Boot zwischen den Tauchgängen.

#regen #regenzeit #tauchspots #lee-seite #wetter