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Red Rock Koh Tao: Swim-Throughs & Canyons bei Nang Yuan

Red Rock bei Koh Nang Yuan: Swim-Throughs auf 10–22 m, Muränen, Blaupunktrochen und stille Canyons. Tipps zu Level, Ausrüstung und bester Reisezeit.

MB
Marc Böhle
Aktualisiert: 23. August 2026
Taucher schwimmt durch einen engen Swim-Through am Red Rock Koh Tao bei Koh Nang Yuan
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Red Rock ist einer dieser Spots, die ich jahrelang unterschätzt habe. Zu klein, zu kompakt, zu unspektakulär, dachte ich, wo Green Rock doch nur ein paar Hundert Meter entfernt liegt. Irgendwann bin ich dann doch rüber. Seitdem gehört Red Rock zu meinen Lieblingsplätzen im Norden von Koh Tao. Nicht weil er dramatisch wäre. Er ist ruhig, detailreich und voller kleiner Überraschungen in den Felsspalten.

Red Rock auf einen Blick: Was dich erwartet

Red Rock ist ein kompakter Granitblock 300–400 m östlich von Green Rock, an der Nordwestseite der Koh-Nang-Yuan-Inselgruppe. Viel Fels, wenig Fläche. Die Felsen beginnen bei 10 m und fallen auf 22 m ab (Südabhang). Die meisten Swim-Throughs liegen zwischen 12 und 18 m. Von Mae Haad Pier aus bist du in 15–20 Minuten am Spot.

MerkmalWert
Tiefe10–22 m
Swim-Throughs12–18 m
Empfohlenes LevelAdvanced Open Water Diver
Sicht Jan–Apr15–25 m
Sicht Mai–Okt10–18 m
Strömungmeist gering, sporadisch moderat am Südabhang
Bootfahrt ab Mae Haad~15–20 Min.
Beste ZeitJanuar–April

Der Name kommt von der Eisenoxid-Färbung des Granits und den rötlich-braunen Crustose Coralline Algae. Bei schlechtem Licht sehen die täuschend ähnlich aus wie roter Stein. Ohne Lampe fällt das kaum auf. Mit Lampe siehst du, was da tatsächlich lebt.

Koh Nang Yuan Eintritt: Wer mit dem Boot direkt an der Insel anlegt, zahlt 100 THB. Die meisten Tauchboote machen das nicht. Sie ankern zwischen den Spots, und dir bleibt der Eintritt erspart, ohne dass du irgendetwas dafür tun musst.

Canyons, Swim-Throughs und der Unterschied zu Green Rock

Red Rock hat zwei verschiedene Strukturen, die oft verwechselt werden. Canyons sind breite, vertikale Felsspalten von 1–3 m Breite, durch die man entspannt hindurchschwimmt. Swim-Throughs sind Durchschwimmungen unter Felsplatten, bei denen du immer natürliches Licht siehst. Höhlentauchen im technischen Sinn ist das nicht. Beherrschung des Auftriebs braucht es trotzdem.

Green Rock ist größer, weitläufiger und durch mehr Boote deutlich belebter. Red Rock ist dichter, stiller und von der Geologie her ausgeprägter strukturiert. Die Felsplatten liegen teils so nah beieinander, dass ein schlechter Auftrieb sofort Steine aufwirbelt. Wer bei Green Rock Koh Tao seine Tarierung noch nicht wirklich unter Kontrolle hatte, merkt das bei Red Rock sofort.

Die Topographie ist dreidimensional. Man taucht nicht über ein Riff hinweg, man taucht durch es hindurch, nach links, nach rechts, nach unten, durch enge Passagen. Ein einzelner Tauchgang von 45–55 Minuten reicht kaum aus, um alles zu sehen. Ich plane deshalb immer zwei Tauchgänge, wenn ich sowieso schon in der Gegend bin, und kombiniere den zweiten mit Koh Nang Yuan. Dazu mehr im letzten Abschnitt.

Insider: Die Südseite hat einen Abhang, der auf 22 m abfällt. Dort hängen manchmal Schwarzspitzen-Riffhaie. Auf dem Weg runter tauchen viele Gruppen daran vorbei, ohne es zu merken, weil die Aufmerksamkeit bei den Swim-Throughs hängt.

Meerestiere in den Spalten und Canyons

Der Reiz von Red Rock liegt nicht in Schulen von Fusilieren oder freiem Wasser. Spektakel im Freiwasser gibt es keins. Was diesen Spot ausmacht, sind die Tiere in und unter dem Fels.

Riesenmuränen (Gymnothorax javanicus) sind fast garantiert. Ich habe selten einen Tauchgang gemacht, bei dem ich keine gesehen habe. Manchmal hängen zwei oder drei in derselben Spalte, Köpfe raus, Körper im Dunkel. Netzmuränen sind seltener, tauchen aber ebenfalls auf. Hände weg. Aggressiv sind die Tiere nicht, solange du Abstand hältst und nicht in Spalten greifst.

Unter den Überhängen leben Putzergarnelen, manchmal in größerer Zahl. Sie sitzen auf den Felsen und warten auf Kundschaft. Fledermausfische (Platax) schwimmen oft so nah ran, dass man reflexartig zurückweicht. Scheu kennen die nicht. Anemonenfische in den Anemonen auf dem flacheren Teil des Spots findest du fast immer, das ist nichts Überraschendes.

Auf den Sandflächen zwischen den Granitblöcken schaust du nach Blaupunktrochen (Taeniura lymma). Sie liegen flach im Sand, oft halb vergraben, und brauchen etwas Aufmerksamkeit, bis man sie überhaupt entdeckt. Suchen lohnt sich. Bambushaie schlafen tagsüber unter den Überhängen. Ich finde regelmäßig einen oder zwei, wenn ich gezielt suche.

Nudibranchs der Gattung Chromodoris findest du mit Licht auf dem Fels. Oktopus gibt es ebenfalls, tagaktiv sind sie allerdings selten sichtbar. Frühe Morgentauchgänge haben hier einen Vorteil.

Whaleshaie passieren das Gebiet in den Übergangssaisons März bis Mai und September bis November im Transit. Gezielt nach Whaleshaien zu tauchen macht bei Red Rock keinen Sinn. Eine Sichtung im offenen Wasser auf dem Weg zum Spot oder zurück ist trotzdem möglich. Koh Nang Yuan als Ganzes hat eine etwas höhere Trefferquote, weil die Boote dort generell länger bleiben.

Für wen ist Red Rock geeignet? Voraussetzungen und Ausrüstung

Red Rock setzt Advanced Open Water Diver (PADI) oder gleichwertiges Training voraus, und das nicht aus bürokratischen Gründen. Teile des Spots liegen bei 18–22 m, also über dem OWD-Limit von 18 m. Wichtiger als das Zertifikat ist ohnehin die Auftriebskontrolle. In engen Swim-Throughs mit Felsplatten über dem Kopf musst du horizontal schwimmen können, ohne unkontrolliert aufzusteigen oder abzusinken. Wer das noch übt, ist bei Japanese Garden Koh Tao oder anderen flacheren Spots besser aufgehoben.

Für den Advanced Open Water Kurs auf Koh Tao gehört Red Rock zu den typischen Kursspot-Optionen, und ich habe dort schon Kurstaucher begleitet, die zwischen zwei Felsplatten ihren allerersten richtigen Swim-Through gemacht haben. Mit Instructor ist das machbar. Selbstständig ohne Übung nicht.

Ausrüstung, die du brauchst:

Eine Tauchlampe ist Pflicht, keine Empfehlung. Die Swim-Throughs sind auch tagsüber teilweise dunkel, und ohne Licht verpasst du die Hälfte der Tiere. Ich benutze die Wurkkos DL10R mit 4.500 Lumen als Hauptlampe, die Helligkeit ist mehr als ausreichend und der Akku hält mehrere Tauchgänge durch. Dazu gehört grundsätzlich eine zweite, kleinere Lampe an den Gurt. Mindestens 500 Lumen, Maskenclip-Befestigung empfehlenswert.

Für den Neopren: Die Wassertemperatur liegt bei 28–30 °C (Dezember bis Februar: 26–27 °C). Mehr als einen 3 mm Neopren-Shorty brauchst du in Koh Tao nicht. Drei Millimeter reichen. Alles Dickere wird spätestens nach dem zweiten Tauchgang zur Quälerei, und ich habe noch niemanden getroffen, der auf Koh Tao über zu wenig Neopren geklagt hätte. Im Januar und Februar lohnt sich ein Ganzkörper-3mm, wenn du schnell frierst.

Ein eigener Tauchcomputer lohnt sich bei Red Rock besonders, weil der Spot mehrere Tiefenstufen hat und man schnell zwischen 10 m und 20 m wechselt. Aktuelle Modelle von Einsteiger bis fortgeschritten gibt es im Cressi Leonardo Tauchcomputer auf Amazon ansehen*. Für diesen Spot reicht ein einfaches Modell mit klarer Tiefenangabe und NDL-Anzeige.

Mein Tipp: Für Swim-Throughs fülle ich den BCD etwas weniger als gewohnt und regle den Auftrieb über die Lunge. Das gibt mehr Kontrolle in engen Passagen und schont den Fels.

Beste Zeit und Anreise

Die ideale Sichtweite hat Red Rock zwischen Januar und April: 15–25 m bei ruhiger See und stabilen Wetterbedingungen. Von Mai bis Oktober ist der Spot trotzdem gut tauchbar (10–18 m Sicht), lediglich November kann mit Nordostmonsun und schlechter Sicht schwierig sein. Bei Nordostwind liegt Red Rock auf der Leeseite. Oft ist er dann noch tauchbar, wenn andere Spots im Norden längst zu rau geworden sind.

MonatSichtWassertemp.Wetter
Jan–Apr15–25 m27–29 °Coptimal
Mai–Jun12–18 m29–30 °Cgut
Jul–Sep10–15 m29–30 °Cakzeptabel
Okt10–18 m28–30 °Cvariabel
Nov–Dez8–15 m27–28 °Cschwierig (Nordost)

Morgens ist Red Rock generell ruhiger als nachmittags: weniger Boote, häufig bessere Sicht, aktivere Tiere. Der Unterschied ist deutlich. Wer die Wahl hat, bucht den ersten Slot.

Kombinations-Tipp: Ein klassischer Zweier-Tag verbindet Red Rock morgens mit dem zweiten Tauchgang bei Koh Nang Yuan. Beide Spots liegen nah beieinander, die Bootfahrt dazwischen ist kurz, und man sieht in einem Tag zwei grundverschiedene Rifftypen. Die meisten Tauchschulen auf Koh Tao bieten diese Kombination als Standard-Fun-Dive-Trip an.

Anreise ab Mae Haad Pier: 15–20 Minuten mit dem Schnellboot. Die meisten Tauchschulen machen Red Rock nicht als Einzelspot, sondern als Teil einer Nord-Koh-Tao-Route, also in Kombination mit Green Rock oder Koh Nang Yuan.

Häufige Fragen zu Red Rock

Brauche ich den Advanced Open Water für Red Rock? Formal ja, weil Teile des Spots unter 18 m liegen. Praktisch ist die Auftriebskontrolle wichtiger als das Zertifikat: Wer horizontal durch enge Swim-Throughs schwimmt und dabei sauber auf Tiefe bleibt, kommt zurecht. Wer beim Tauchen noch unbewusst mit den Armen paddelt, sollte erst Japanese Garden üben.

Wie unterscheidet sich Red Rock von Green Rock? Green Rock ist größer, hat mehr Freiwasser-Fischgruppen und zieht deutlich mehr Boote an. Red Rock ist kompakter, stiller und technisch anspruchsvoller bei den Swim-Throughs. Für Tarierung und Felsstruktur ist Red Rock interessanter, für Fischvielfalt im freien Wasser ist Green Rock die bessere Wahl.

Brauche ich eine eigene Tauchlampe? Ja, unbedingt. Die Tauchlehre deiner Schule stellt zwar oft Lampen, aber mit einer eigenen bist du flexibler und unabhängiger. Für Swim-Throughs und Spalten sind min. 1.000 Lumen empfehlenswert. Sonst siehst du im Dunkeln nur eine Taschenlampen-Silhouette.

Kann man Red Rock und Japanese Garden am selben Tag tauchen? Ja, das ist sogar eine häufige Route. Japanese Garden liegt im Südosten von Koh Tao, Red Rock im Nordwesten, rund 20 Minuten Bootfahrt. Typisch wäre: Morgens Japanese Garden (flach, entspannt, gute Auftriebsübung), mittags Red Rock (tiefer, Swim-Throughs, technischer). Die Reihenfolge ist sinnvoll, weil du so nicht von einem tieferen auf einen flacheren Spot wechselst und dann wieder nach unten musst.

Gibt es am Red Rock Haie? Bambushaie schlafen regelmäßig unter den Überhängen, harmlose nachtaktive Tiere. Am Südabhang (22 m) wurden Schwarzspitzen-Riffhaie gesichtet, allerdings nicht verlässlich. Whaleshaie passieren das Gebiet in den Übergangssaisons März–Mai und September–November, hauptsächlich im offenen Wasser zwischen den Inseln.


Was ich dir empfehle: Plane Red Rock nicht als Einzelspot, sondern als Teil eines Nord-Koh-Tao-Tages. Die Kombination mit Koh Nang Yuan oder Green Rock lohnt sich. Und Red Rock zeigt sein Bestes, wenn du Zeit hast, die Spalten in Ruhe zu erkunden: ohne Gruppe im Nacken, mit einer guten Lampe und dem Auftrieb unter Kontrolle.

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