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Philippinen oder Koh Tao: Wo tauchen lernen?

Philippinen oder Thailand tauchen? Direktvergleich für Einsteiger: Kurse ab 260 EUR, Anreise, Artenvielfalt und Wasserverhältnisse, ehrlich und konkret.

MB
Marc Böhle
Aktualisiert: 1. September 2026
Taucher im Vergleich — Sardinen-Schule Moalboal Philippinen links, Korallenriff Koh Tao Thailand rechts, philippinen oder thailand tauchen
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Die Frage kommt regelmäßig in meinem Postfach an: Philippinen oder Koh Tao zum Tauchen, was lohnt sich mehr? Beides liegt in Südostasien, beides gilt als Traumziel, beides hat günstige Kurse und warmes Wasser. Trotzdem sind es zwei grundverschiedene Erlebnisse.

Ich habe auf Koh Tao über 200 Tauchgänge gemacht und kenne die Insel seit mehr als 15 Jahren. Die Philippinen (konkret Moalboal auf Cebu und Alona Beach auf Bohol) habe ich mehrfach besucht. Kein Destinationsmarketing, kein gesponserter Vergleich. Nur was ich tatsächlich erlebt habe.

Koh Tao schlägt die Philippinen beim Tauchen lernen, zumindest für Einsteiger

Wer seinen ersten Tauchschein machen will, fährt auf Koh Tao besser. Die Insel hat über 30 Tauchschulen, ruhige Buchten mit Sichtweiten von bis zu 20 Metern, Wassertemperaturen von 28–30°C das ganze Jahr und Open-Water-Kurse ab ~9.800 THB (~260 EUR). Die Anreise aus Deutschland dauert mit Flug und Fähre 13–15 Stunden statt der 16–19 Stunden, die du auf die Philippinen rechnen musst, oft mit zwei oder drei Umstiegen.

Die Philippinen sind spektakulärer, aber anspruchsvoller. Die Sardinen-Schule in Moalboal, die Thresher-Haie in Malapascua, der Artenreichtum um Panglao: für erfahrene Taucher ein Erlebnis der Extraklasse. Strömungen können dort aber stark sein, und für Einsteiger sind die Bedingungen weniger berechenbar als auf Koh Tao.

Kurze Faustregel: Schein auf Koh Tao machen, Philippinen für die Erlebnisse danach.


Koh Tao auf einen Blick: was die Insel zum Tauchmekka macht

Koh Tao ist keine Weltklasse-Destination wegen irgendeines einzelnen Highlights. Die Stärke liegt in der Kombination: ~25 Spots in Küstennähe, alle in 10–40 Minuten Bootsfahrt erreichbar, dazu eine ausgereifte Infrastruktur aus Schulen, Leihtauchern und Bootsbetreibern, die über Jahrzehnte gewachsen ist.

Laut PADI-Verbandsstatistiken ist Koh Tao eine der Inseln mit den höchsten Zertifizierungszahlen weltweit. Kein Zufall. Die Bedingungen passen: ruhiges Wasser, gute Sicht, keine starken Strömungen, warme Temperaturen.

Und der Vergleich mit anderen Top-Destinationen wie den Malediven zeigt: Koh Tao schlägt preislich fast alles, ohne bei der Unterwasserwelt dramatisch zurückzufallen.

Kursangebot und Preise

Der Open-Water-Kurs kostet auf Koh Tao zwischen 9.800 und 11.000 THB (~260–290 EUR). Inbegriffen sind in der Regel alle Materialien, Leihausrüstung, Bootsfahrten und die Zertifizierungsgebühren. Der PADI Open Water Kurs auf Koh Tao dauert typischerweise 3,5–4 Tage, aufgeteilt in Theorie, Flachwasserübungen und vier Freiwassertauchgänge.

Mein Tipp: Buche direkt bei der Tauchschule vor Ort, nicht über Booking-Portale. Vor-Ort-Preise sind oft niedriger, und du hast die Möglichkeit, den Instructor vorab kennenzulernen.

Für Fortgeschrittene: Der Advanced Open Water kostet 8.000–10.000 THB (~210–265 EUR), ein Einzeltauchgang 800–1.200 THB (~21–32 EUR). Zehner-Pakete liegen bei 6.500–8.500 THB (~170–225 EUR).

Wasserverhältnisse und Sicht

Die Hauptsaison auf Koh Tao läuft von März bis Oktober. Sichtweiten zwischen 15 und 20 Metern sind in dieser Zeit die Norm, an ruhigen Tagen an den Pinnacles auch bis 25 Meter. Die Wassertemperatur liegt stabil bei 28–30°C, im Dezember bis Februar fällt sie gelegentlich auf 26–27°C.

Strömungen gibt es auf Koh Tao, aber sie sind auf den meisten Spots moderat und gut einzuschätzen. Drift Dives sind möglich, aber keine Pflicht. Auch ohne Strömungserfahrung kannst du als Einsteiger praktisch alle Spots genießen.

Anreise aus Deutschland

Von Deutschland nach Koh Tao: Flug Bangkok (~13 h), dann Bus oder Zug nach Chumphon oder Surat Thani, Fähre zur Insel (~2–3 h). Gesamt-Reisezeit mit Umstieg in Bangkok: 15–18 Stunden Tür zu Tür, abhängig von deinem Abflughafen und der Fährverbindung. Direktflüge nach Bangkok gibt es von Frankfurt, München und Düsseldorf.


Philippinen: Moalboal und Panglao im Tauchcheck

Koh Tao ist der verlässliche Allrounder. Die Philippinen sind die dramatische Bühne. Was dort unter Wasser passiert, passiert so kaum woanders.

Was Moalboal einzigartig macht: die Sardinen-Schule

Moalboal an der Südwestküste Cebus hat ein Alleinstellungsmerkmal, das in dieser Form einzigartig ist: eine permanente Sardinen-Schule direkt vor dem Strand. Millionen von Sardinellen, laut Schätzungen der Reef Check Foundation bis zu mehrere Millionen Individuen, bilden eine lebende Wolke, die sich um die Taucher herum bewegt. Shore Diving vom Strand aus, kein Boot nötig, Tiefe zwischen 5 und 20 Metern.

Ich habe Sardinen-Schulen weltweit gesehen. Die in Moalboal ist anders: größer, dichter, langlebiger. Kein saisonales Phänomen. Die Schule ist dort seit Jahrzehnten präsent.

Dazu kommen regelmäßige Walhai-Sichtungen in der Region (Oslob ist eine Tagesfahrt entfernt, aber ethisch problematisch: Die dort praktizierte Walhai-Fütterung widerspricht Reef-Check-Empfehlungen und verändert das natürliche Verhalten der Tiere), Schildkröten, Adlerrochen und dichter Korallenbesatz.

Panglao: Artenvielfalt auf Bohol

Panglao auf der Insel Bohol ist der zweite große Tauch-Hub auf den Philippinen. Balicasag Island gilt als eines der artenreichsten Riffe Südostasiens. Marine Biologen haben hier über 800 Fischarten dokumentiert, eine Dichte, die an Koh Tao nicht erreicht wird.

Von Panglao aus ist Malapascua per Tagesfahrt zu erreichen: der einzige Spot der Welt, an dem Thresher-Haie (Fuchshaie) semi-regelmäßig an Putzerstationen angetroffen werden. Frühtauchgang, 5:30 Uhr Aufbruch, Tiefe 20–30 Meter. Wer das erlebt hat, spricht danach noch Jahre davon.

Kurskosten und Kursqualität

Open-Water-Kurse auf den Philippinen (Moalboal, Panglao, Puerto Galera) kosten 250–350 USD (~230–320 EUR). Preislich liegen sie also auf Koh Tao-Niveau. Die Kursqualität ist generell gut, sowohl PADI als auch SSI sind stark vertreten.

Der Unterschied liegt in den Lernbedingungen: Strömungen auf den Philippinen sind oft stärker und schwerer einzuschätzen als auf Koh Tao. Anfänger schaffen das. Die Lernkurve ist nur steiler, und Koh Taos ruhigere Buchten bieten deutlich kontrollierbarere Verhältnisse für die ersten Freiwassertauchgänge.

Anreise aus Deutschland

Von Deutschland nach Cebu (für Moalboal): 16–19 Stunden, fast immer mit zwei oder drei Umstiegen, typisch über Doha, Dubai oder Singapur. Direktverbindungen nach Manila existieren, von dort nochmal 1,5 Stunden Inlandsflug nach Cebu. Die Reise ist machbar, aber anstrengender als die Thailand-Route.


Der direkte Vergleich in neun Kategorien

KriteriumKoh Tao (Thailand)Philippinen (Moalboal/Panglao)
Kurspreise260–290 EUR (Open Water)230–320 EUR (Open Water)
Anreise DE~13–15 h Flug + 2–3 h Fähre~16–19 h Flug, 2–3 Umstiege
Wassertemperatur28–30°C ganzjährig27–29°C ganzjährig
Sichtweitenbis 20 m (Hauptsaison)bis 25 m (März–Juni)
Strömungenmoderat, anfängerfreundlichstärker, erfahrungsabhängig
Artenvielfaltsehr gutexzellent (>800 Fischarten Balicasag)
HighlightsRiffhaie, Schildkröten, PinnaclesSardinen-Schule, Thresher-Haie, Adlerrochen
Infrastrukturausgezeichnet, tauchspezifischgut, regional unterschiedlich
ReisekombinationThailand-Rundreise möglichPhilippinen-Inselhopping möglich

Für Anfänger und alle, die einen Kurs planen: Koh Tao gewinnt diesen Vergleich in den entscheidenden Kategorien. Für erfahrene Taucher, die Highlights suchen, ist das Ergebnis deutlich knapper.


Eigene Ausrüstung oder Leihgear: was sich wo lohnt

Leihausrüstung ist an beiden Destinationen gut verfügbar. Ab einem bestimmten Punkt lohnt eigene Ausrüstung trotzdem. Die Passform sitzt, du kennst das Gerät, und du weißt, wann es zuletzt gewartet wurde.

Beim Tauchcomputer ist der Unterschied besonders spürbar: Ab etwa 50 Tauchgängen macht ein eigener Sinn. Leihcomputer zeigen oft nur Basisinfos und haben keine individuellen Profile. Mit einem eigenen verfolgst du deine Geschichte, nutzt Nitrox und bekommst Dekompressionsberechnungen, die auf dein tatsächliches Profil passen.

Für Einsteiger empfehle ich den Suunto Zoop Novo: großes Display, zuverlässige Tiefenalgorithmen, Nitrox-fähig und kompakt genug fürs Handgepäck. Wer ein kleineres Budget hat, ist mit dem Cressi Leonardo gut bedient. Er ist der günstigste vollwertige Tauchcomputer im Markt, den viele Schulen auch als Leihgerät nutzen.

Insider: Nimm deinen Computer immer im Handgepäck mit. Aufgegebenes Gepäck geht verloren, gerade auf Philippinen-Reisen mit mehreren Inlandsflügen. Ich habe das einmal erlebt und seitdem nie wieder eincheckt, was unter Wasser geht.

Für die Anreise zu beiden Destinationen ist ein guter Reiseadapter unverzichtbar. Auf Koh Tao sind die Steckdosen meist Typ A (USA-Flachstecker) oder C (Rundstecker), auf den Philippinen ebenfalls Typ A und B. Ein TESSAN Reiseadapter deckt beide Länder mit einem einzigen Gerät ab, inklusive USB-Ports für Kamera, Computer und Handy gleichzeitig.


Fazit: für wen welche Destination

Was ich dir empfehle, hängt von deiner Situation ab.

Wer den ersten Tauchschein machen will, budgetbewusst reist oder ruhige, berechenbare Bedingungen braucht: Koh Tao. Die Anreise ist kürzer, die Kurse sind günstiger, und du lernst in kontrollierten Verhältnissen.

Wer schon zertifiziert ist und konkrete Highlights sucht, zum Beispiel die Sardinen-Schule in Moalboal oder Thresher-Haie in Malapascua, für den lohnen die Philippinen. Die Artenvielfalt ist größer, die Erlebnisse sind intensiver, und die längere Anreise zahlt sich aus.

Mein persönlicher Rat: Koh Tao zuerst, Philippinen danach. Open Water auf Koh Tao, die ersten 20–30 Tauchgänge auf den verschiedenen Spots der Insel. Dann mit Erfahrung und eigenem Equipment auf die Philippinen, wo die Strömungen und die Intensität der Spots ihren vollen Reiz entfalten.

Für die Wahl der richtigen Tauchschule auf Koh Tao schau dir den Tauchschulen-Vergleich Koh Tao an. Dort findest du aktuelle Bewertungen der wichtigsten Anbieter.


Häufig gestellte Fragen

Kann ich meinen Open-Water-Kurs auf Koh Tao machen und dann auf den Philippinen weitertauchen? Ja, problemlos. PADI- und SSI-Zertifikate sind weltweit anerkannt. Es gibt keinen Unterschied, ob du deinen Schein auf Koh Tao, den Philippinen oder in Deutschland gemacht hast. Du kannst deinen Open Water auf Koh Tao absolvieren und danach auf den Philippinen mit dem Advanced weitermachen oder direkt die Spots erkunden.

Sind die Philippinen gefährlicher zum Tauchen als Koh Tao? Nicht pauschal gefährlicher, aber anspruchsvoller. Auf den Philippinen sind Strömungen an vielen Spots stärker und schwerer vorherzusagen. Malapascua und manche Spots rund um Bohol verlangen Erfahrung mit Drift Dives. Koh Tao hat deutlich ruhigere Verhältnisse und ist deshalb weltweit als Einsteiger-Ziel bekannt. Beide Ziele sind bei seriösen Tauchschulen sicher.

Welche Jahreszeit ist für Moalboal die beste? Für die Sardinen-Schule ist Moalboal ganzjährig gut: Die Schule ist zuverlässig präsent. Die beste Gesamtsaison auf den Philippinen (Visayas) ist März bis Juni: wenig Regen, gute Sicht bis 25 m, Wassertemperatur 27–29°C. Juli bis Oktober bringt Taifunrisiko.

Was kostet ein Open-Water-Kurs auf den Philippinen im Vergleich zu Koh Tao? Auf den Philippinen liegt der Open-Water-Kurs bei rund 250–350 USD (~230–320 EUR). Auf Koh Tao kostet derselbe Kurs 9.800–11.000 THB (~260–290 EUR). Der Preisunterschied ist damit geringer als viele erwarten. Koh Tao ist minimal günstiger, dafür aber mit besseren Lernbedingungen und kürzerer Anreise aus Deutschland.

Lohnt sich die längere Anreise in die Philippinen für eine zweiwöchige Tauchreise? Wenn du bereits zertifiziert bist und Highlights wie die Sardinen-Schule in Moalboal oder Thresher-Haie in Malapascua auf deiner Liste hast: ja, absolut. Für eine erste Tauchreise oder wenn Tauchen lernen das Hauptziel ist, empfehle ich Koh Tao. Für die zweite oder dritte Tauchreise lohnen die Philippinen sehr.


Alle Preisangaben sind Richtwerte für 2026. Kurspreise können je nach Schule und Saison abweichen. PADI- und SSI-Zertifikate sind weltweit ohne Einschränkungen anerkannt.

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