Tauchkurse 9 Min. Lesezeit

Open Water Skills: Alle 20 Übungen erklärt

Diese 20 Übungen musst du im PADI Open Water Kurs auf Koh Tao beherrschen — mit Ablauf, Insider-Tipps und warum CESA harmloser ist als gedacht.

MB
Marc Böhle
Aktualisiert: 8. August 2026
Taucher übt Maske ausblasen im flachen Wasser auf Koh Tao
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Der erste Tauchkurs ist für die meisten gleichzeitig aufregend und leicht einschüchternd. Ich höre das immer wieder: „Was sind eigentlich diese Skills? Muss ich die auswendig lernen? Und was ist dieses CESA, das sich so ernst anhört?” Ich habe auf Koh Tao selbst gelernt und seither hunderte Anfänger durch genau diese Übungen begleitet. Spoiler: Keiner davon ist an einem der 20 PADI Open Water Skills gescheitert — vorausgesetzt, die Erwartungen stimmen.

Hier bekommst du die gesamte Liste, erklärt wie sie in der Praxis abläuft, damit du deinen Open Water Kurs auf Koh Tao ohne unnötige Nervosität angehst.

Was sind die Open Water Skills?

Der PADI Open Water Diver Kurs umfasst 20 definierte Pflichtübungen, aufgeteilt auf 5 Confined-Water-Sessions (Pool oder flaches, geschütztes Wasser) und 4 Freiwasser-Tauchgänge im echten Meer — so vorgegeben im offiziellen PADI-Curriculum. Alle 20 Skills sind lernbar. Du musst keinen einzigen davon beim ersten Versuch perfekt beherrschen.

SessionThemaKernübungen
CW 1Grundlagen & AusrüstungAusrüstung aufbauen, erster Atemzug, Partial Flood
CW 2Kontrolle & Notfall-BasicsFull Flood, Oktopus, Tarierung
CW 3Fortgeschrittene KontrolleCESA, Freeflow-Regler, Gewichtsgurt
CW 4BCD & TarierungBCD-Wechsel UW, neutrale Tarierung vertiefen
CW 5Wiederholung & FeinschliffAusstehende Skills, Vorbereitung OW-Dives
OW 1+2Echtes Meer bis 12 mSkills aus CW 1+2 im Freiwasser
OW 3+4Navigation & 18 mKompassnavigation, Tiefstes Profil

Der gesamte Kursablauf dauert 3,5 bis 4 Tage.

Skills 1–5: Deine erste Confined-Water-Session

Die erste Session findet im Flachwasser statt, oft auf weniger als 2 Metern Tiefe. Kein Tiefgang, kein Druck, kein Drama. Du lernst deine Ausrüstung kennen und machst deinen allerersten Atemzug durch den Regler. Fast jeder beschreibt diesen Moment hinterher als den wichtigsten seines Tauchlebens.

1. Ausrüstung zusammenbauen & Buddy-Check (BWRAF)

Vor jedem Tauchgang baust du mit deinem Buddy gemeinsam die Ausrüstung auf: Jacket (BCD) auf die Flasche klemmen, Regler aufstecken, Inflator-Schlauch anschließen, Finimeter-Anzeige prüfen. Dann kommt der Buddy-Check. Auf Koh Tao lernt man ihn als BWRAF: BCD, Weights (Blei), Releases, Air, Final check. Dauert zu zweit keine drei Minuten, rettet im Ernstfall Leben.

2. Unter Wasser atmen — dein erster Atemzug

Du tauchst das Gesicht ins Wasser, der Instructor gibt das Zeichen, du nimmst den ersten Zug durch den Regler. Das Gehirn sagt: Das ist seltsam. Der Körper merkt: Das funktioniert. Nach drei bis fünf Atemzügen entspannen sich fast alle. Lass dir Zeit, erzwinge nichts. Der Instructor wartet auf dich.

3. Maske ausblasen (Partial Flood)

Du lässt ein wenig Wasser in die Maske rein, indem du leicht am Maskenrahmen ziehst, und bläst es dann durch die Nase wieder heraus: Maskenrahmen oben andrücken, Kopf leicht nach hinten neigen, durch die Nase ausatmen. Das Wasser läuft weg. Dieser Skill fühlt sich unangenehm an, ist aber der nützlichste des ganzen Kurses. Im echten Tauchalltag läuft fast jede Maske irgendwann leicht ein.

Mein Tipp: Eine gut sitzende eigene Maske macht diesen Skill deutlich einfacher. Die Cressi F1 Frameless ist ein Klassiker auf Koh Tao — leichtes Volumen, perfekte Abdichtung, und sie taucht genau dann auf, wenn Verleihmasken Wasser ziehen.

4. Regler wiederfinden (Regulator Recovery)

Du nimmst den Regler aus dem Mund, lässt ihn hängen, und findest ihn durch eine Armbewegung (Arm seitlich-rückwärts schwingen) oder durch Nachgreifen am Schlauch wieder. Klingt simpel, ist es auch. Durch das Üben wird es Muskelgedächtnis. Falls Wasser im Regler ist, drückst du den Purge-Knopf oder bläst kurz aus, bevor du wieder einatmest.

5. Auftauchsignal & Sicherheitsstopp

Du lernst das Handzeichen für „ich steige auf”, streckst den Arm nach oben, überprüfst die Aufstiegsrate (maximal 9 Meter pro Minute laut PADI-Standard, langsamer als du denkst) und hältst bei 5 Metern für 3 Minuten an. Dieser Sicherheitsstopp baut Stickstoff ab und ist bei jedem Tauchgang jenseits von 10 Metern Pflicht.

Skills 6–12: Kontrolle, Tarierung und Sicherheit

In der zweiten und dritten Session geht es tiefer: bis zu 3–4 Metern in einem Pool oder im geschützten Wasser des HAAD-Strands. Die Übungen werden anspruchsvoller, bleiben aber durchführbar.

6. Maske vollfluten und abnehmen (Full Flood)

Jetzt läuft die Maske komplett voll. Du nimmst sie ganz ab, hältst sie in der Hand, setzt sie wieder auf und bläst das Wasser heraus. Ohne Maske sieht alles verschwommen aus. Das ist normal und kein Zeichen, dass etwas schiefläuft. Viele empfinden diesen Skill als intensiver als den CESA. Er zeigt dir: Du kannst auch ohne Maske kontrolliert atmen und agieren.

7. Aus alternativer Luftquelle atmen (Oktopus)

Du nimmst den Oktopus deines Buddies (die zweite Atemstufe, meistens gelb) und atmest daraus. In der Praxis: Buddy signalisiert Luftmangel, du reichst den Oktopus rüber, er greift ihn, ihr steigt gemeinsam auf. Beim Üben wechseln beide Rollen. Wichtig: Körper nah zusammenhalten, Blickkontakt halten, gemeinsam aufsteigen.

8. Neutrale Tarierung (Neutral Buoyancy) — der härteste Skill

Ehrlich gesagt ist neutrale Tarierung weniger ein Skill als eine lebenslange Lernkurve. Im OW-Kurs geht es darum, das Konzept zu verstehen: Luft ins BCD → du steigst. Luft ablassen → du sinkst. Atemvolumen beeinflusst die Tarierung feiner. Beim Üben hältst du dich auf einer bestimmten Tiefe und versuchst, weder zu sinken noch zu steigen. Perfekt wird das kein Anfänger nach drei Tagen hinbekommen. Aber wer es versteht, taucht von da an schonender für Riffe und Kleintiere.

Insider: Auf Koh Tao wirst du beim Advanced Open Water einen ganzen Tauchgang nur für Tarierung bekommen — der sogenannte „Peak Performance Buoyancy” Dive ist dort die beliebteste Spezialisierung überhaupt.

9. Finimeter ablesen und Luftreserve erkennen

Du liest deinen Finimeter (Druckanzeige) ab und erkennst die wichtigen Marken: 200 bar = voll, 100 bar = Zeit umzukehren (bei 45–50 Minuten Tauchgang), 50 bar = Reserve, sofort aufsteigen. Ein eigener Tauchcomputer zeigt zusätzlich Tiefe, Tauchzeit und Sättigungsstatus. Der Cressi Leonardo ist der beliebteste Einsteiger-Computer auf Koh Tao — solide, lesbar, keine unnötigen Spielereien.

10. Druckausgleich (Valsalva-Manöver)

Nase zuhalten, sanft „schnauben” — das drückt Luft in die Eustachischen Röhren und gleicht den Druck im Mittelohr aus. Du übst das am ersten Tag noch an der Oberfläche und wiederholst es bei jeder Abstiegsmeter. Faustregel: alle 1–2 Meter ausgleichen, nicht warten bis der Druck schmerzt. Wer Probleme mit dem Druckausgleich hat, sollte das vor dem Kurs ärztlich abklären lassen.

11. Flossentechnik (Flutter Kick & Frog Kick)

Flutter Kick ist der klassische Beinschlag, den du vom Schwimmen kennst. Frog Kick ist der effizientere Alternativschlag für flaches Riffgelände: Unterschenkel nach außen drehen, dann zusammenführen, kurze Gleitphase. Beide Techniken werden geübt, bevor du ins echte Meer gehst. Anfänger neigen dazu, Flossen-Schläge aus der Hüfte zu machen — das kostet Luft und schlägt Korallen kaputt. Schlag kommt aus dem Knie.

12. BCD an- und ablegen unter Wasser

Du ziehst unter Wasser dein Jacket aus und ziehst es wieder an. Das klingt wie ein Zirkusstunt, ist aber ein Sicherheitsnachweis: Du kannst dein Equipment kontrollieren, auch wenn etwas schiefläuft. Wird an der Oberfläche auch im Wasser geübt.

Skills 13–17: Notfall-Szenarien — keine Angst davor

Der Name „Notfall-Skills” klingt dramatischer als die Realität. Diese Übungen finden in geschütztem Flachwasser statt und sind darauf ausgelegt, dich ruhig zu halten.

13. CESA — Controlled Emergency Swimming Ascent

Du schwimmst aus ca. 1–1,5 Metern Tiefe langsam nach oben, atmest dabei kontinuierlich aus (klingt wie ein leises „aaahh”) und signalisierst mit ausgestrecktem Arm den Aufstieg. Kein Durchatmen, kein Schnellzug. Nur kontrolliertes Ausatmen, weil sich die Luft beim Aufsteigen ausdehnt und die Lunge sonst überdehnen kann.

In der Praxis passiert ein CESA so gut wie nie. Er ist die Notlösung, wenn du völlig unerwartet deine Atemluft verlierst und kein Buddy in Reichweite ist. Wer beim Thema Angst oder innere Bremse mehr wissen möchte, dem hilft der Artikel Angst beim Tauchen überwinden weiter — dort findest du konkrete Strategien für genau solche Momente.

Mein Tipp: Wer den CESA das erste Mal macht, atmet meistens zu viel aus und hört auf. Der Instructor schwimmt direkt neben dir mit. Du kannst jederzeit aufhören, tauchen und neu anfangen.

14. Alternative-Luftquelle-Aufstieg mit Buddy

Eine Stufe weiter als Skill 7: Diesmal steigt ihr zusammen auf, während du aus dem Oktopus deines Buddys atmest. Ziel ist ein kontrollierter Aufstieg mit maximal 9 m/min, mit Sicherheitsstopp bei 5 m. In der Praxis bedeutet das: Gesicht zu Gesicht, ein Arm umschlingt den Buddy, freier Arm hält das BCD-Ventil. Das wirkt unbeholfen, aber nach einem Mal sitzt es.

15. Aus Freeflow-Regler atmen

Ein Freeflow-Regler strömt unkontrolliert Luft aus, zum Beispiel durch Sand oder Beschädigung. Du lernst, daraus zu atmen, ohne zu schlucken: Regler lose an den Mund halten, Luft pulsierend nehmen, überschüssige Luft entweichen lassen. Kein Ansaugen, kein festes Pressen. Danach sofort aufsteigen.

16. Gewichtsgurt ablegen und anlegen

Du nimmst deinen Bleigurt unter Wasser ab und legst ihn wieder an. Klingt einfach, braucht aber Übung. Ohne Blei steigst du sofort auf, also muss das schnell gehen. Die Übung trainiert Körperkontrolle in Auftriebssituationen.

17. BCD am Wasser ab- und anlegen

An der Wasseroberfläche ziehst du dein komplettes Jacket mitsamt Flasche aus und steigst wieder hinein. Das übt die Sicherheit beim Ein- und Ausstieg vom Boot und zeigt, dass du die Ausrüstung wirklich unter Kontrolle hast.

Skills 18–20: Die vier Freiwasser-Tauchgänge auf Koh Tao

Die vier Open Water Dives finden im echten Golf von Thailand statt: 28 bis 30°C Wassertemperatur, Sichtweite je nach Jahreszeit zwischen 10 und 25 Metern, und ein Unterwasserleben, das jeden noch so nervösen Anfänger vergessen lässt, dass er gerade Übungen absolviert.

18. OW Dives 1+2: Skills im echten Meer (bis 12 m)

Die ersten beiden Freiwasser-Tauchgänge gehen bis 12 Meter Tiefe. Auf Koh Tao finden sie häufig an Spots wie Mango Bay oder Tanote Bay statt — beide sind geschützt, strömungsarm und reich an Kleinfischen. Du wiederholst eine Auswahl der CW-Skills im echten Wasser: Partial Flood, Oktopus-Sharing, Sicherheitsstopp. Der Rest ist Tauchen genießen.

19. OW Dives 3+4: Navigation und Tiefe (bis 18 m)

Die Dives 3 und 4 bringen dich auf 18 Meter, die zertifizierte Maximaltiefe für den OWD. Du übst Unterwasser-Navigation mit dem Kompass (Rechteckkurs, Dreieckskurs), wiederholst den CESA und hast beim letzten Dive meist freie Zeit, um das Riff zu erkunden.

20. Logbuch-Eintrag — der letzte, schönste Skill

Technisch kein Unterwasser-Skill, aber offiziell Teil des PADI-Curriculums: Du trägst deinen Tauchgang ins Logbuch ein — Datum, Ort, Tiefe, Zeit, Luftverbrauch, Wassertemperatur. Dein Instructor unterschreibt. Ab diesem Moment bist du zertifiziert.

Für den Koh-Tao-Kontext reicht beim Tauchen ein 3-mm-Shorty wie der Cressi Med X. Bei 28–30°C Wassertemperatur im Golf von Thailand ist alles Dickere nach 40 Minuten schlicht zu warm. Ein überhitzter Taucher ist ein unkonzentrierter Taucher. Die meisten OW-Schulen stellen Neopren inklusive, aber wer häufiger tauchen möchte, greift früh zur eigenen Ausrüstung.

Wenn du nach dem OWD direkt weitermachen möchtest, schau dir an, was der Advanced Open Water auf Koh Tao bietet, er kommt meist direkt im Anschluss und bringt dich auf 30 Meter.

Häufig gestellte Fragen

Was passiert, wenn ich einen Skill beim ersten Mal nicht beherrsche? Kein Problem — du kannst jeden Skill beliebig oft wiederholen. Es gibt kein Zeitlimit und kein Versagen. Der Instructor übt mit dir, bis du dich sicher fühlst.

Ist der CESA (Notaufstieg) gefährlich? Nein. Der CESA wird in nur 1–1,5 Meter Tiefe geübt, dein Instructor steht direkt daneben. Du kannst jederzeit abbrechen. Im echten Tauchalltag wird der CESA fast nie gebraucht.

Muss ich alle 20 Skills in einer Session schaffen? Nein, die Skills verteilen sich auf fünf Confined-Water-Sessions und vier Freiwasser-Tauchgänge über 3,5 Tage. Jede Einheit baut auf der vorherigen auf.

Brauche ich eigene Ausrüstung für den OW-Kurs? Die meisten Schulen auf Koh Tao stellen alles inklusive. Empfehlenswert ist eine eigene Maske: Damit sitzt die Dichtung perfekt, was besonders beim Maske-ausblasen-Skill hilft.

Wie unterscheiden sich PADI und SSI bei den Skills? Inhaltlich fast identisch — beide decken die gleichen Sicherheitsübungen ab. Die Reihenfolge weicht minimal ab, das Ergebnis (zertifizierter Taucher bis 18 m) ist dasselbe.


Lies diese Übersicht einmal durch, lass sie sacken — und vergiss sie dann wieder. Im Kurs führt dich dein Instructor Schritt für Schritt. Du musst nichts auswendig lernen und nichts beweisen. Koh Tao ist der Grund, warum viele Menschen hier ihren ersten Tauchkurs machen und nie wieder aufhören. Diese 20 Skills sind der Einstieg dafür — nicht mehr, nicht weniger. Und wer entspannt ins Wasser geht, lernt sowieso schneller als jeder, der mit der Checkliste im Kopf ans Riff schwimmt. Schau dir außerdem an, was Tauchanfänger auf Koh Tao erwartet.

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